
Denn obwohl das Sylter Außenriff bereits 2004 auf dem Papier unter Schutz gestellt wurde, operieren dort nach wie vor Kutterkapitäne aus verschiedenen EU-Ländern. Besonders von Seiten der Fischerei wurde Greenpeace daraufhin vorgeworfen, dass von den Steinen eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Fischer ausgehen würde. Mehr noch: Die Steine würden gar den Lebensraum der Nordsee schädigen, so der absurde Vorwurf.
Um zu beweisen, wie sehr diese Steine den Lebensraum der Nordsee bereichern, haben Greenpeace-Taucher den versenkten Steinen im letzten Monat einen Besuch abgestattet. Erneut untersuchten wir den Bewuchs der Steine wie auch den Sandboden zwischen den Steinen. Diese jährlich wiederkehrende Forschung soll zeigen, wie schnell sich in einem ungestörten Lebensraum die Artenzusammensetzung verbessert - im Vergleich zu einem befischten Gebiet.
Die Greenpeace-Taucher sahen der diesjährigen Forschung mit besonderer Spannung entgegen. Sie befürchteten, dass die Steine aufgrund der starken Strömung im Sylter Außenriff komplett im Sandboden verschwunden sein könnten. Bei den ersten Tauchgängen wurden die Steine bei Sichtweiten von weniger als fünf Metern dann auch nicht gefunden. Zudem mussten einige Tauchgänge wegen schlechten Wetters aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Schließlich änderte sich das Wetter zu unseren Gunsten. Die Ergebnisse der diesjährigen Untersuchung lassen ein sehr positives Fazit zu: Der Bewuchs auf den Steinen hat sich artenreich entwickelt. Viele Krebs- und Muschelarten, aber auch Moostierchen, Schwämme und krustenbildende Würmer fanden wir vor. Auch die Entwicklung der ortstreuen Fischarten ist vielversprechend.
Stolz sind wir auf die aktuelle Seekarte (siehe Fotoausschnitt), in der unsere Versenkungsgebiete eingezeichnet sind. Fischer werden ab jetzt diese Zonen meiden, denn sie riskieren, dort ihre Netze zu verlieren: Ein Meeresschutzgebiet von fast 200 Quadratkilometern ist entstanden!
Übrigens: Das Verwaltungsgericht Schleswig hob im Frühsommer 2010 den Gerichtsbeschluss auf, der es Greenpeace untersagt hatte, weitere Steine im Sylter Außenriff zu versenken. In Schweden beurteilten die zuständigen Gerichte das Steine-Versenken als Naturschutzmaßnahme. Entsprechend ist dafür keine gesonderte Erlaubnis notwendig.