
Greenpeace verurteilt grundsätzlich das Töten von Robben zu kommerziellen Zwecken. Das Institut für Meeresforschung in Norwegen schätzt die Zahl der im norwegischen Küstengebiet vorkommenden Robbenpopulation auf 7.600 Seehunde und 4.600 Kegelrobben - insgesamt rund 12.200 Tiere.
Das norwegische Fischereiministerium rechtfertigt die Robbenjagd mit dem Vorwand, die Robben würden die Netze der Fischzuchtanlagen zerstören und Parasiten übertragen, die den Fisch für Menschen ungenießbar machen sollen. Außerdem würden die Robben angeblich die Fischbestände gefährden. Richtig ist: Der Mensch selbst überfischt die Meere und ist schuld an den reduzierten Fischbeständen. Über Jahrtausende haben Robben die Fischbestände nie bedroht.
Greenpeace ist gegen den Robbenjagd-Tourismus in Norwegen. Greenpeace verurteilt die Robbenjagd und fordert, dass das Töten der Tiere sofort beendet wird.
Darüber hinaus drohen den Robben noch andere Gefahren. Die Situation in ihrem Lebensraum Meer ist weit alarmierender, als es wahrgenommen wird: Die Arten- und Lebensraumvielfalt nimmt stetig ab. Wasser, Meeresboden und Organismen sind mit unzähligen Giftstoffen belastet. Die Meere sind der Fischerei, Öl- und Gasförderungen, Sand- und Kiesabbau, Schiffsverkehr, militärischen Übungen, Überdüngung, Verschmutzung und den Folgen des Klimawandels ausgesetzt.
Heute sind weltweit bereits 75 Prozent der kommerziellen Fischbestände überfischt oder stehen am Rande der Überfischung. All dies beeinflusst die Meeres-Ökosysteme. Greenpeace hat das Ziel, die Ozeane weltweit zu bewahren und ihre Artenvielfalt zu erhalten, die Regeneration bereits zerstörter Ökosysteme zu ermöglichen und eine ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Nutzung der Ozeane durchzusetzen, unter anderem mit einem Netzwerk von Meeresschutzgebieten.
Greenpeace arbeitet weltweit, um diese Ziele zu verfolgen. Im Jahr 2004 hat Greenpeace mit weltweiten Aktionen auf See auf die Krise der Meere aufmerksam gemacht:
Greenpeace kämpft gegen die Zerstörung der Meere. Weltweit fallen nach Schätzungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) jährlich rund 300.000 Wale und Delfine als Beifang der Fischerei zum Opfer. Allein in europäischen Gewässern verenden jedes Jahr mehr als zehntausend Kleinwale in Fischernetzen.
Im Nordostatlantik wird der Gewöhnliche Delfin (Delphinus delphis) durch die Fischerei stark bedroht. Greenpeace hat auf die insbesondere in England und Frankreich verbreitete Praxis des Pair-Trawling, bei dem zwei Fischereischiffe ein riesiges Netz durchs Meer schleppen, aufmerksam gemacht. In britischen Gewässern tötet diese Fischerei Tausende Delfine jährlich.
Das Greenpeace-Schiff Esperanza dokumentierte im Sommer zerstörerische Aktivitäten in der Nordsee und ging vor allem gegen die Fischerei mit ihren grotesk hohen Beifangmengen vor. Beispielsweise waren rund 11.000 Tiere von einem einzigen Fischkutter nach zwei Stunden Fangzeit in der Nordsee tot als Abfall aussortiert worden. Gleichzeitig war das neue Greenpeace-Schiff Beluga II zu seinem ersten Einsatz für die Kampagne für Meeresschutzgebiete in der Nord- und Ostsee unterwegs.
Greenpeace referierte im November 2004, stellvertretend für 30 Organisationen, vor der UN-Vollversammlung über die zerstörerische Auswirkungen der Tiefsee-Boden-Schleppnetzfischerei. Diese Tiefseefischerei zerstört die Bodenfauna und damit Jahrtausende alte Kaltwasserkorallen. Unzählige Tiefseetiere verschwinden, bevor sie erforscht sind.
Die Proteste von Greenpeace richten sich nicht gegen eine traditionelle Jagd von Ureinwohnern zur Deckung des Eigenbedarfs. Greenpeace ruft im Internet zum weltweiten Protest gegen den Norwegischen Robbenjagd-Tourismus auf. Unterstützen Sie unsere Protestmail.