
Wir müssen jetzt handeln, das Meer muss endlich geschützt werden
, fordert Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Die Fischer schaden sich mit ihren zerstörerischen Fangtechniken selbst. Wer heute alles wegfängt, wird morgen leere Netze haben.
Besonders verheerend wirken sich Schleppnetze aus. Die Fischer ziehen sie über den Meeresgrund und durchpflügen damit den Boden. Die Bundesregierung muss Fischerei, Sand- und Kiesabbau in den Schutzgebieten verbieten. Nur so lassen sich Arten und Lebensräume schützen. Nur so haben die Fischbestände eine Chance sich zu erholen,
sagt Iris Menn.

Das Sylter Außenriff ist eines der seltenen Steinriffe in der Nordsee. Die Steine ermöglichen vielfältiges Leben: Angefangen von Tieren, die auf ihnen festsitzen, über Fische, die zwischen ihnen Nahrung und Schutz finden, bis zu Schweinswalen, die vor allem zur Paarung und Geburt in das Schutzgebiet kommen. Während dieser kräftezehrenden Phase finden die in Europa am stärksten bedrohten Wale dort ausreichend Nahrung. Bedrohte Fischarten im Sylter Außenriff sind Finte und Flussneunauge. Intakte Schutzgebiete wirken wie eine Atempause für die Meere. Fischbestände können sich in Schutzgebieten erholen und Fischer künftig außerhalb dieser Gebiete wieder mehr Fisch fangen.
Deutschland hat sich wie die meisten Länder der Welt im Rahmen der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD) vepflichtet, den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten und ein weltweites Netzwerk von Schutzgebieten zu errichten. Zusätzlich muss Deutschland durch die Anfang 2008 verabschiedete Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie einen Guten Umweltzustand der Europäischen Meere bis zum Jahr 2020 erreichen.