
Den Aktivisten Strafen anzudrohen, weil sie ein Naturschutzgebiet schützen, und gleichzeitig hinzunehmen, dass dasselbe Gebiet durch Fischerei, Sand- und Kiesabbau zerstört wird, ist absurd
, sagt Iris Menn, Greenpeace-Meeresexpertin. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel muss den Schutz der Meere vor seiner Haustür ernst nehmen. Nicht nur als deutscher Umweltminister, sondern auch als derzeitiger Präsident der Konvention zur biologischen Vielfalt hat er hier eine besondere Verantwortung.

Deutschland ist durch die Anfang 2008 verabschiedete Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie verpflichtet, einen Guten Umweltzustand
der europäischen Meere bis 2020 zu erreichen. Schutzgebiete, d.h. auch Gebiete frei von Fischerei, werden als eine der Maßnahmen in der Richtlinie genannt. Als erste Maßnahme zum Schutz der Gebiete muss Umweltminister Gabriel jetzt seine für Fischerei und Kiesabbau zuständigen Kollegen an einen Tisch holen und wirksame Schutzmaßnahmen entwickeln
, sagt Iris Menn. Horst Seehofer (CSU) ist der zuständige Fischereiminister, für den Sand und Kiesabbau ist Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette verantwortlich.
Am vergangenen Wochenende haben Greenpeace-Taucher den ersten von bislang 150 versenkten Steinen unter Wasser dokumentiert. Dies war der Start für eine langfristige Begleituntersuchung, um die Besiedelung der Steine zu dokumentieren.
Auf unserer Seite www.greenpeace.de/schutzgebiete haben wir zum Thema Schutzgebiete und Grundschleppnetzfischerei eine Flash-Animation für Sie eingestellt.