
Am gleichen Tag werden an vielen anderen Orten der Welt Aktivitäten zum Schutz der Wale durchgeführt. Denn trotz andauernder internationaler Proteste missachtet Japan das seit 1986 gültige Walfangverbot auf Großwale. Die Gewässer rund um die Antarktis wurden bereits 1994 zum Walschutzgebiet erklärt.
Die Walfänger wollen dort in dieser Saison 935 Zwergwale schlachten, doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Besonders fatal: Auch die extrem bedrohten Buckel- und Finnwale stehen wieder auf ihrer Abschussliste.
Das Sterben der Wale ist furchtbar anzusehen. Doch es gibt auch Bilder der Hoffnung
, sagt Stefanie Werner, Meeresexpertin von Greenpeace. Unsere Schlauchboote, die mit ihren Manövern den japanischen Fangbooten die Sicht nehmen und die Jagd unmöglich machen. In den von den Schauchbooten versprühten Wasserfontänen spiegelt sich manchmal sogar der Regenbogen.

Schon seit Weihnachten befinden sich die Greenpeace-Schiffe Esperanza und Arctic Sunrise im Walschutzgebiet im Südpolarmeer. Hier spürten die Greenpeacer die aus sechs Schiffen bestehende japanische Walfangflotte auf. Indem sich die Aktivisten mit ihren Schlauchbooten immer wieder in die Schusslinie zwischen Harpunenboote und Wale begeben, wird so vielen Walen wie möglich das Leben gerettet.
Wir müssen uns den Walen noch einmal ganz aufs Neue nähern, befreit vom Ballast cartesianischer Ignoranz einerseits und esoterischem Schwulst andererseits
, sagt auch Frank Schätzing, Autor des Buches Der Schwarm. Mit beidem - kaltem Profitdenken und pseudoreligiöser Verehrung - tun wir den Meeressäugern keinen Gefallen.
Schätzing weiter: Zu verantwortlichem Handeln gehört ebenso der Respekt vor einer Spezies wie ein tieferes Verständnis ihrer Lebensumstände, sämtlicher Randfaktoren und aller bekannten Wechselwirkungen. Probleme löst nur, wer die Fakten kennt und gesunden Menschenverstand jeder Polemik vorzieht. Ich bin der unabdingbaren Überzeugung, dass die Wale das genau so sehen würden.
Die Expedition der Esperanza in das Südpolarmeer ist Teil einer einjährigen Greenpeace-Tour zum Schutz der Weltmeere. Ob in der Antarktis oder vor den Azoren, während der Tour SOS Weltmeer wird Greenpeace zeigen, wie zerbrechlich und kostbar, aber vor allem bedroht das Leben in unseren Meeren ist. Selbst der weiteste Ozean ist auf Dauer Überfischung, illegaler Fischerei, schleichender Verschmutzung und Klimawandel nicht gewachsen.