
In Thunfischdosen, angeblich mit Skipjack gefüllt, findet sich häufig auch Fleisch von überfischten Thunfischarten. Der Inhalt dieser Konserven ist aus verschiedenen Arten zusammengesetzt und falsch gekennzeichnet - ein Vorgehen, das in der EU nicht zulässig ist. Auch der deutsche Marktführer Saupiquet, der in fast jedem Supermarkt erhältlich ist, beteiligt sich daran.
Die Thunfischindustrie ist außer Kontrolle
, sagt Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace. Es wird mit zerstörerischen Methoden im großen Stil gefischt und skrupellos vermarktet. Die Hersteller wollen das Massenprodukt Thunfisch in Dosen möglichst billig anbieten. Greenpeace fordert von der Industrie einen nachhaltigen Fischfang. Der Lebensmittelhandel kann durch Auslistung der betroffenen Produkte ein klares Signal senden. Diese Branche wird sich nur unter Druck ändern.

Auf der Jagd nach dem Echten Bonito, dessen Bestände im Pazifik derzeit noch als relativ stabil gelten, werfen die Industriefischer riesige Ringwadennetze aus. Um möglichst viele Fische anzulocken, setzen sie zudem sogenannte Fischsammler (Fish Aggregation Devices, FADs) ein. Diese schwimmenden Plattformen täuschen den Meerestieren Schutz vor und locken sie auf diese Weise an.
An Bord geholt wird alles, was sich um die Sammler tummelt. Das ist naturgemäß nicht nur Skipjack. Der Anteil an anderen und bedrohten Arten ist hoch. In den Netzen sterben Haie und Schildkröten - und eben auch Großaugen- und Gelbflossen-Thunfische, deren Bestände überfischt sind. Ihre Jungtiere ähneln dem Echten Bonito und werden an Bord eingefroren.

Insgesamt ließ Greenpeace Dosen 60 verschiedener Marken darauf untersuchen, welche Arten von Thunfisch sie enthielten. Die Ware stammte aus Australien, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Spanien und USA. Je Land wurden mindestens fünf Marken untersucht.
Ergebnis der DNA-Analysen:
Der Lebensmittelhandel und die Verbraucher dürfen nicht länger zu unfreiwilligen Komplizen der zerstörerischen Thunfischindustrie gemacht werden
, sagt Menn. Ihre Fangflotten müssen vor allem den Einsatz der Fischsammler sofort stoppen. Langfristig muss sie den Fang von Thunfisch auf Angel und Leine umstellen.
Die DNA-Analysen wurden vom Labor AZTI-Tecnalia nach einem patentierten eigenen Verfahren zur Bestimmung von Thunnus obesus und Thunnus albacares durchgeführt. Greenpeace lieferte die Proben, bestimmte den Versuchaufbau und nahm die Interpretation der Ergebnisse vor.