
Der japanische Greenpeace-Experte für Wale Junichi Sato zeigte sich einerseits froh über den Ausgang, ließ aber auch Enttäuschung durchblicken: Die Mitgliedsstaaten der IWC sollten sich schämen. Ihr Gezanke verzögert den so dringend benötigten Fortschritt beim Walschutz um ein weiteres Jahr.
Der Grund des Scheiterns: Die Kluft zwischen den verfeindeten Lagern aus Walschützern und Walfängern war unüberbrückbar. Vor allem Japan erschwerte die Verhandlungen. Die Walfangnation war nicht bereit, das Südpolarmeer als Schutzgebiet anzuerkennen. Die Walschutznationen müssen sich ihrerseits vorwerfen lassen, nicht den notwendigen außenpolitischen Druck aufgebaut zu haben, um Fortschritte zu erzielen und den kommerziellen Walfang zu beenden.
Vor Ort hat Thilo Maack, Greenpeace-Experte für Meere und Wale, die Konferenz verfolgt. Er sagt über das Scheitern der IWC-Verhandlungen: Gut, dass der Vorschlag zur Rückkehr zum kommerziellen Walfang vom Tisch ist, aber ein echter Sieg fühlt sich anders an. Auch künftig wird es Japan, Norwegen und Island erlaubt sein, tausende Wale zu töten. Entweder unter dem Deckmantel der sogenannten Wissenschaft oder weil sie das Moratorium nicht anerkennen. Hinter verschlossenen Türen ist es den Regierungsdelegationen auf der IWC in Agadir lediglich gelungen, einmal mehr den Status Quo zu halten. Jetzt ist es für die Walschutznationen an der Zeit, nicht nur zu reden, sondern politisch zu handeln, um Japan, Norwegen und Island vom Walfang abzubringen. Es müssen neue Wege entwickelt werden, die aus der Walfangkommission eine Walschutzkommission machen.
Thilo Maack hält für diese Entwicklung einige Punkte für besonders wichtig: Die Kommission müsse sich endlich den aktuellen Gefahren für Wale widmen. In Fischernetzen verendeten jährlich schätzungsweise 300.000 Wale und Delfine und die zunehmende Verlärmung und Verschmutzung schade den Tieren zusätzlich.