
Dieses Manöver kann man als nichts anderes bezeichnen, als eine absichtlich herbeigeführte Kollision, die die Sicherheit unseres Schiffes und das Leben unserer Crew in schwere Gefahr brachte
, sagt Shane Rattenbury, Expeditionsleiter von Greenpeace an Bord der Arctic Sunrise. Doch es werden keine Einschüchterungsversuche verhindern können, dass die Welt die furchtbaren Bilder des Abschlachtens der Wale zu sehen bekommen. Wir werde die Wale hier im Schutzgebiet auch weiterhin unter Einsatz unseres Lebens verteidigen.
Die Nisshin Maru verlud über Nacht gefrorenes Walfleisch auf den Frostfrachter Oriental Blue. Aktivisten in Schlauchbooten schrieben Walfleisch aus einem Schutzgebiet
auf die Bordwand des Schiffes. Damit verhinderten sie weder der Transfer des Fleisches, noch stellten die kleinen Schlauchboote eine Gefahr für die beteiligten Schiffe dar.

Die Arctic Surise beobachtete die Aktion aus über einem Kilometer Entfernung. Als der Slogan fertig war, löste sich die Nisshin Maru von der Oriental Blue und ging auf Kollisionskurs mit der Arctic Surise. Dem Kapitän des Greenpeace-Schiffes gelang es nicht mehr rechtzeitig aus dem Weg zu fahren und der Bug der Arctic Sunrise wurde beschädigt.
Der Bug wurde durch die Kollision eingedrückt und der Mast ist jetzt in 20 Grad Schräglage. Es ist zwar kein Schaden, der uns aufhält, aber ein eindeutiger Akt der Piraterie
, sagt Regine Frerichs, Hamburger Greenpeace-Aktivistin und Bootsfahrerin an Bord der Arctic Sunrise. Aktivisten wurde glücklicherweise nicht verletzt.
Obwohl die Bilder für sich sprechen, bezichtigt das staatliche Institut für Walforschung in Tokio Greenpeace, während des Verladens der Ladung die Nisshin Maru gerammt zu haben. Sie fordern die Greenpeace auf, ihre kriminellen Aktionen
zu beenden. Dazu streut es weitere Gerüchte. So hätte sich der Kapitän der Nisshin Maru in Sorge befunden, dass während der Malerarbeiten an der Oriental Blue expolsives Material, wie eine Bombe, befestigt worden wären. Außerdem würden die Aktivisten versuchen, die japanischen Schiffe zu entern.
Greenpeace hat im Gegenzug erneut die Walfangflotte und die Kontrollbehörden in Tokio über die friedlichen Absichten der Aktivisten informiert und nochmals die Gründe des gewaltfreien Protestes im südlichen Polarmeer deutlich gemacht.