Das Greenpeace-Schiff Esperanza war in den vergangenen Wochen auf dem Nordostatlantik unterwegs und hatte zuletzt spanische Fischerboote beim Herablassen der Schleppnetze gestört. Ein wütender Protest von rund 200 aufgebrachten Fischern mit ihren Familien im nordspanischen Vigo überraschte die Besatzung der Esperanza dann aber doch.
Am Mittwochnachmittag kamen sie an den Anleger des Greenpeace-Schiffs, schwenkten Transparente, beschimpften Greenpeace und forderten die Abfahrt aus dem nordspanischen Hafen. Sie bewarfen die Crew-Mitglieder mit Eiern und Eurocent-Münzen und riefen: Wer bezahlt euch Söldner eigentlich?
Einige gelangten an Bord der Esperanza und drohten die Brücke zu stürmen. Währenddessen zerschnitten andere die Bugleine, mit der die Esperanza vertäut war. Erst der Polizei gelang es später, die Gemüter etwas zu beruhigen.
In der UN-Vollversammlung wurde am Mittwoch über Möglichkeiten zum Schutz der Tiefsee debattiert. Das von der Greenpeace-Sprecherin Karen Sacks geforderte Moratorium auf die Grundschleppnetzfischerei wurde nicht beschlossen. Die UN beließen es bei der Empfehlung, über ein zeitlich begrenztes Verbot nachzudenken. Die Entscheidung ließ tausende Wissenschaftler, Umweltschützer und zahlreiche Nationen enttäuscht zurück, die sich dafür stark gemacht hatten.
Die Vereinten Nationen können bis 2006 diskutieren so viel sie möchten - über Artenvielfalt und internationale Schutzgebiete - nur werden dann einige der Arten nicht mehr vorhanden sein, deren Schutz sie bis dahin beschlossen haben
, meint Karen Sacks, Meeresexpertin von Greenpeace International. Die Grundschleppnetzfischerei ist die größte Gefahr für das Leben der Tiefsee. Riesige, mit Eisen beschwerte Schleppnetze durchpflügen den Meeresgrund und zerstören alles was in ihre Bahn gerät. (hol/ang)
Mehr Informationen über den Schutz der Tiefsee finden Sie unter: www.savethehighseas.org