
Die neue Quote setze sich aus der jährlichen Quote von 745 Tieren und dem Fangdefizit der vergangenen zwei Jahre zusammen, war aus dem Ministerium zu hören. Norwegische Walfänger hatten 2005 bereits im zweiten Jahr in Folge die vorgegebene Fangquote an Walen nicht erreicht.
Das sture Festhalten an so hohen Tötungszahlen verwundert vor dem Hintergrund, dass die Hoffnung auf einen möglichen Export von Walfleisch nach Japan immer unwahrscheinlicher wird
, sagt Stefanie Werner, Walexpertin bei Greenpeace. Neben dem weiterhin bestehenden Handelsverbot hat Japan inzwischen selber große Absatzprobleme und musste einen Großteil der eigenen Beute an Hunde verfüttern. Auch der Appetit der eigenen Bevölkerung will angesichts der starken Kontamination der nördlichen Zwergwalpopulation mit Umweltgiften nicht so recht wiederkehren.
Werner weiter: Um die Quote zu rechtfertigen, wird das Fett und Fleisch vieler Wale inzwischen ungenutzt direkt wieder über Bord geworfen. Dennoch jagt man bevorzugt trächtige Weibchen. Damit sterben gleich zwei Tiere auf einmal: die Walkühe und ihre Babys. Auf die Quote angerechnet wird natürlich nur ein Tier. Greenpeace appelliert an die norwegische Regierung, den Ruf von Norwegen als umweltbewußte Fischereination zu stärken und die unsinnige Jagd auf die kleinsten der großen Wale für immer einzustellen.
Norwegen erkennt als einziges Land das Walfangmoratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) aus dem Jahr 1986 nicht an. Zudem behauptet die Regierung in Oslo, dass die Zwergwalpopulation im Nordatlantik durch die Jagd nicht gefährdet werde.
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