
Die von uns versenkten Steine gehören jetzt zum Riff
, sagt Thilo Maack, Meeresexperte von Greenpeace. Die Felsbrocken haben in den vergangenen Jahren die zerstörerische Fischerei mit Grundschleppnetzen verhindert. So wurde dem Sylter Außenriff der Schutz gewährt, den es haben sollte.
Aber: Noch immer gibt es für das wertvolle Gebiet keinerlei gesetzliche Fischereibeschränkung! Seit Jahren wird es bedroht: durch Schleppnetze, die den Meeresboden regelrecht umpflügen, und durch schwere Saugbagger, die Sand und Kies abbauen. Millionen Meeresbewohner werden so täglich sinnlos getötet - die wertvolle Artenvielfalt zerstört.
Und das, obwohl das Sylter Außenriff seit 2004 zu den zehn von der Bundesregierung gemeldeten Meeresgebieten des deutschen NATURA 2000-Schutzgebietsnetzwerkes gehört. Doch bis heute konnten sich die verantwortlichen Ministerien, darunter das für Fischereifragen zuständige Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin, nicht auf entsprechende Maßnahmen einigen.
Die für maritime Angelegenheiten verantwortliche EU-Kommissarin Maria Damanaki will am 13. Juli dieses Jahres einen Entwurf für eine neue europäische Fischereipolitik vorlegen. Greenpeace fordert, dass die Einrichtung von großflächigen Schutzgebieten darin rechtsverbindlich vorzuschreiben ist. Nur so können sich die überfischten Speisefischbestände und die zerstörte Meeresnatur wieder erholen und langfristig erhalten bleiben.
Greenpeace bleibt noch länger vor Ort: In den kommenden Wochen wollen die Taucher von ihrem Aktionsschiff Beluga 2 aus untersuchen, wie der Meeresboden und seine Bewohner sich ohne Fischerei entwickeln. Dies ist Teil einer mehrjährigen meeresbiologischen Untersuchung vor Sylt.