
Insgesamt besuchte Greenpeace im Juni und Juli dieses Jahres 105 Filialen von 15 Lebensmittel-Einzelhandelsunternehmen: Aldi Nord, Aldi Süd, Bünting, Edeka, Kaiser’s Tengelmann, Kaufland, Lidl, Metro, Netto, Netto Markendiscount, Norma, Penny, Real, REWE. Untersucht wurde die Kennzeichnung auf Marken- ebenso wie Eigenmarkenprodukten. Dosen, Tiefkühlprodukte und Produkte aus der Kühltheke wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und die Kennzeichnung fotografiert. In die Auswertung flossen rund 700 Produkte ein.
Greenpeace fordert vom Lebensmitteleinzelhandel und von der Fischindustrie schon seit langem, ihre Produkte vollständig zu kennzeichnen. Verbraucher müssen den Inhalt, die Herkunft und die Fangmethode ebenso wie den Weg eines Produkts genau nachverfolgen können. Nur dann können sie aktiv eine Kaufentscheidung treffen. Auf der Verpackung müssen dafür folgende Angaben zu finden sein:
Die komplette Rückverfolgbarkeit ist eine längst fällige Transparenz für den Kunden. Durch den Code kann unter anderem illegale Fischerei sicherer ausgeschlossen werden. Auch der Rückruf der Ware im Falle einer Belastung mit Umweltgiften wird vereinfacht.
Nach der freiwilligen Kennzeichnungsinitiative der Mitglieder des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V. sollten eigentlich die in Deutschland vermarkteten Erzeugnisse der Seefischerei bis spätestens Ende des Jahres 2010 vollständig gekennzeichnet sein.
Vollständige Kennzeichnung
orientiert sich diesem Fall an den gesetzlichen Vorgaben der europäischen Verordnung (EG) Nr. 2065/2001, enthält aber zusätzlich die genauere, freiwillige Kennzeichnung des Sub-Fanggebietes. Die Angabe der Fangmethode ist nicht Teil dieser Initiative. Die Initiative umfasst gegenüber der Fischetikettierungsverordnung auch Fischereierzeugnisse, die in irgendeiner Weise verarbeitet wurden, zum Beispiel als Fischkonserven, Marinaden und Tiefkühlerzeugnisse gekennzeichnet werden.
Festzustellen ist: Auch ein gutes halbes Jahr später hat diese freiwillige Regelung ihr Ziel bei weitem noch nicht erreicht.
Dieser Test zeigt klar die Notwendigkeit eines konsequenten Engagements seitens des Lebensmitteleinzelhandels, aber vor allem auch der Fischindustrie, den Markenherstellern
, sagt Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace. Die Anzahl der schlecht gekennzeichneten Produkte ist viel zu hoch. Es ist unfassbar, dass noch immer Produkte in den Regalen sind, die keinen lateinischen Namen auf der Verpackung tragen oder auf denen das Fanggebiet fehlt. Dies sollte fünf Jahre nach unserem ersten Supermarktranking nicht mehr der Fall sein
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In unserer Bildergalerie zeigen wir positive und negative Beispiele aus unserem Test.