
Seit 2008 konzentriert sich Greenpeace auf die Arbeit gegen den Walfang in Japan selbst. Unter anderem haben Greenpeace-Aktivisten den Walfleisch-Skandal aufgedeckt. Im April 2008 dokumentierten sie wie zahlreiche Kartons vom Walfangschiff "Nisshin Maru" abgeladen wurden. Sie waren als persönliches Gepäck der Besatzung deklariert. Einen dieser Kartons stellten die Greenpeacer sicher.
In dem Karton fanden sie über 23 Kilogramm gesalzenen Walfleisches. Der Marktwert dieses Fleisches beträgt rund 3.000 US-Dollar. Informanten bestätigten zudem, dass dieser Karton keine Ausnahme war. Besatzungsmitglieder hätten mindestens 93 solcher Kartons an Land geschmuggelt und auf eigene Rechnung verkauft.
Unterschlagung und Verkauf wurden von der verantwortlichen Walfang-Firma "Kyodo Senpaku" und der japanischen Regierung gedeckt. Auch das Institut für Walforschung (ICR) war über die Regelverstöße informiert. Das ICR ist verantwortlich für den angeblich wissenschaftlichen Walfang.
Doch statt diesen Skandal zu verfolgen, wurden diejenigen angeklagt, die die illegale Bereicherung aufgedeckt hatten. Junichi Sato und Toru Suzuki mussten für mehrere Wochen in Untersuchungshaft und lebten anschließend unter äusserst beengenden Auflagen. Im Septemder 2010 verurteilte ein japanisches Gericht die beiden Greenpeacer zu einem Jahr Haft auf Bewährung, die Bewährungszeit liegt bei drei Jahren.
Im Rahmen des Prozesse und darüber hinaus hat Greenpeace das Thema Walfang immer wieder in die japanischen Öffentlichkeit getragen. Diese Arbeit hat dazu geführt, dass das damals noch als "Oriental Bluebird" bezeichnete Tank- und Kühlschiffe der japanischen Walfangflotte ausgeflaggt und abgewrackt wurde. In dieser Fangsaison kann die japanische Fangflotte also zwischendurch weder tanken noch das erzeugte Walfleisch umladen. Und die Arbeit hat erreicht, dass in Japan endlich gegen die korrupte Walfangindustrie vorgegangen wird.