
Grund für den totalen Zusammenbruch im Meer: Seit Beginn der Industrialisierung ist die Artenvielfalt im Meer deutlich zurückgegangen. In der Folge sank stetig auch die Produktivität der Ozeane. Deutlich wird es u. a. dadurch, dass trotz kontinuierlich steigendem Aufwand in der Fischerei, die Erträge aus dem Meer unaufhaltsam zurückgehen.
Der Artenschwund bedroht das Gleichgewicht, das zwischen den maritimen Bewohnern herrscht. Die Fähigkeit, Verluste auszugleichen, geht verloren. Und Krankheiten können viel größeren Schaden anrichten.
Nach Meinung der Forscher ist der Prozess noch zu stoppen, ja sogar umkehrbar. Meeresschutzgebiete können dem Artenschwund Einhalt gebieten. Dort müssten allerdings konsquent alle Arten geschützt werden. Solche Schutzgebiete fordert auch Greenpeace seit geraumer Zeit.
Unsere Meeresexpertin Stefanie Werner sagt zu dem neuen Bericht: Seit Jahren geistern Hiobsbotschaften à la 90 Prozent der großen Meeresräuber sind durch den Menschen bereits ausgerottet durch die Medien, Wissenschafts- und Umweltschutzkreise. Auf der anderen Seite wissen die meisten Menschen nach wie vor nicht, wie gravierend die Krise der Meere wirklich ist. Letzte gesunde Fischbestände wie der Gelbflossentun im Zentralpazifik zeigen alarmierende Zeichen von Überfischung, andere Arten wie der rote Tun oder der Ostseedorsch stehen kurz vor dem entgültigen Aus.
Egal, ob Fisch unheimlich gesund ist: das sind andere Lebensmittel auch
, sagt Stefanie Werner. Fakt ist, dass wir unseren Fischkonsum stark einschränken müssen, sonst ist die Wiege des Lebens bald entvölkert. Wir haben nur diese Meere, und es ist an uns, ihre Bewohner nicht nur willkürlich zu nutzen, sondern auch zu schützen.