
Greenpeace fordert die Regierung dazu auf, für den Schutz der Wale in koreanischen Gewässern zu sorgen. Zudem soll Korea die Pläne überdenken, im Jahr 2013 wissenschaftlichen Walfang
zu betreiben. Mit diesem Vorhaben geriet Korea in internationale Kritik, denn der Walfang zu Forschungszwecken ist nichts anderes als kommerzieller Walfang im Gewande der Wissenschaft - ein seit langem offenes Geheimnis.
Wissenschaftlicher Walfang ist unnötig, da es bereits Methoden gibt, welche die Tiere nicht schädigen
, sagt die ostasiatische Greenpeace-Meeresexpertin Jeonghee Han. Es gibt nicht-tödliche Methoden wie Biopsie-Proben und Satelliten-Datenerkennung, die häufig bei der Walforschung verwendet werden. Korea sollte deshalb den Plan wissenschaftlichen Walfang einzuführen, aufgeben.
Der kürzlich veröffentlichte Greenpeace-Bericht Disappearing Whales: Korea's Inconvenient Truth
(deutsch: Verschwindende Wale: Koreas unbequeme Wahrheit) zeigt, wie ineffizientes Handeln der Regierung den illegalen Walfang und Handel in Korea aufrecht erhält. Jedes Jahr werden zwischen 400 bis 500 Zwergwale getötet. Die offizielle Zahl des Beifangs liegt bei 80 Fällen pro Jahr - die Dunkelziffer ist jedoch weit größer. Korea und Japan sind Beifang-Spitzenreiter. Sie haben ungefähr eine zehnmal höhere Beifangrate als Länder wie Australien, die USA oder Südafrika.
Als Mitglied der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat Südkorea den Walfang bereits seit 1986 verboten. Bisher wird weder wissenschaftlicher noch existentieller Walfang toleriert, was sich jedoch im kommenden Jahr möglicherweise ändern wird.
Der Zwergwal-Bestand in koreanischen Gewässern erholt sich nicht, wie dies die Regierung behauptet. Nach Angaben ihrer eigenen Wissenschaftler verringert sich der Bestand um fünf bis sieben Prozent jährlich. Hinzu kommt, dass die hohe Beifangrate und der illegale Walfang den Walbestand weiter bedrohen,
sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Die Regierung muss für mehr Schutz der Meere und deren Bewohner sorgen. Wenn sie nicht schnellst möglich effizient und kontrolliert handelt, könnte der Zwergwal in den Gewässern Koreas bald verschwunden sein.