
Das Votum der Parlamentarier ist nicht verbindlich. Es erhöht aber den Druck auf die EU-Kommission und die einzelnen Mitgliedsstaaten. Die Situation des Roten Thuns, auch Blauflossenthun genannt, hat sich in den vergangenen fünf Jahren dramatisch verschärft. Im Mittelmeer ist der König der Meere bereits vom Aussterben bedroht.
Immer leerere Netze lassen mittlerweile auch die harte Front der Fangbefürworter bröckeln. Selbst Fischereinationen wie Frankreich und Italien haben sich für einen stärkeren Schutz ausgesprochen. Frankreich hat eine der höchsten Fangquoten der EU. Italien lehnte eine Listung in Anhang 1 noch bis vor kurzem entschieden ab. Als Blockierer tut sich leider die deutsche Regierung hervor.
Meeresbiologe Thilo Maack fehlt jedes Verständnis für die zögerliche deutsche Haltung. Frankreich, die größte europäische Thunfischfangnation, zeigt ein Einsehen. Italien beugt sich der Realität - und Deutschland mauert. Das ist nicht nachvollziehbar
, so der Greenpeace-Experte.
Die EU ist derzeit dabei, ihre Position für die nächste Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) abzustimmen. Das Treffen findet vom 13. bis 25. März statt. Dort wird es unter anderem um den Antrag des Fürstentums Monaco gehen, ein weltweites kommerzielles Handelsverbot für den Roten Thun zu beschließen.
Im September 2009 hatten 13 Umweltverbände einen offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner geschrieben. Die Verbände, darunter auch Greenpeace, appellierten an die Ministerin, ihre Position zu überdenken und sich auf EU-Ebene für eine CITES Anhang I-Listung und eine Unterstützung des entsprechenden Antrags einzusetzen
. Bis heute konnte sie sich dazu offenbar nicht entschließen.