Den Greenpeacern gelang es, vier der Kadaver zu bergen, um sie zu untersuchen. Der fünfte wurde von der Strömung davongetrieben. Alle Tiere wiesen die typischen Verletzungen auf: Schnitte an Seiten- und Rückenflossen sowie am schnabelförmigen Maul. Die Wunden entstehen, wenn die Delfine versuchen, den schwimmenden Fallen zu entkommen. Sie verheddern sich in den Netzen und ertrinken.
Die "Esperanza" patrouilliert seit Ende Januar in den Gewässern um Großbritannien, um den Beifang der Schleppnetzfischerei zu dokumentieren. An Bord befinden sich auch Wissenschaftler der WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society). Dem WDCS-Report "The Net Effect" zufolge sterben jährlich bis zu 10.000 Delfine und Tümmler durch destruktive Fischereimethoden. Hunderte der Kadaver werden jedes Jahr an die Küsten gespült. Die meisten aber verschwinden im Meer.
Gelegentlich helfen Fischer nach, um die Beweise für ihr zerstörerisches Werk zu vernichten: Sie verstümmeln die Tiere. Kürzlich wurde an der Küste von Devon der Körper eines Delfins angeschwemmt, dessen Wunden an Axthiebe erinnerten. Jemand hatte versucht, ihm Kopf und Schwanz abzuhauen. (sit)