
Der australische Umweltminister Tony Burke erklärte, dass die Einzigartigkeit der Meere erhalten bleiben muss. Die insgesamt sechs Naturschutzgebiete von Nord-Queensland bis zur Südwestküste Australiens entsprechen der Größe Westeuropas.
Fischereibetriebe befürchten, dass durch die Errichtung des Reservates etliche Arbeitsplätze verloren gehen. Umweltminister Burke gab Entwarnung: Lediglich ein Prozent der Fischer sei betroffen. Außerdem will die Regierung die Industrie mit rund 80 Millionen Euro entschädigen.
Die Errichtung des Schutzgebietes ist ein großer Fortschritt. Dennoch ist Australiens Naturschutzpolitik nicht fehlerlos. So ist geplant, an der Küste des Great Barrier Reef Öl und Gas zu fördern. Das einzigartige Ökosystem des wunderschönen Korallenriffs ist durch industrielle Abflüsse und die steigende Seefahrt stark gefährdet.
In der Region Queensland ist der Neubau von neun Kohlekraftwerken geplant. Fünf dieser Kraftwerke werden die größten des Landes und fördern mehr Kohle als Australien momentan exportiert. Vor allem werden sie die größten Schäden an Australiens Umwelt und dem Klima weltweit verursachen.
Trotzdem ist der Schritt der australischen Regierung das Naturschutz-Reservat zu schaffen wegweisend. Bereits beim Rio+20 Gipfel setzte sich die australische Premierministerin Julia Gillard für den Schutz der Weltmeere ein und rief zu größerem Engagement auf.
Schutzgebiete sind abgegrenzte Regionen, in denen die Natur sich selbst überlassen bleibt. Jegliche Form der Ausbeutung und industriellen Nutzung sind verboten. Dies beinhaltet, dass weder Fische gefangen, noch Ressourcen gefördert werden dürfen.
Greenpeace setzt sich für ein weltweites Netzwerk zum Schutz der Meere ein. Bisher ist nur ein Prozent der Weltmeere gesichert. Greenpeace fordert, mindestens 40 Prozent der Ozeane unter Schutz zu stellen und streng zu überwachen.