
Wie ist es drei Monate auf einem Schiff zu leben? Oder einen freilebenden Eisbären aus nächster Nähe zu erleben? Diese und viele andere Fragen können Ihnen die Crew-Mitglieder am Samstag beantworten. Dr. Iris Menn, die Meeresexpertin von Greenpeace, steht für fachliche Fragen zur Verfügung: Warum ist es so wichtig die Tiefsee zu kartieren? Warum löst sich die Schale der Flügelschnecke auf, wenn das Meer saurer wird?
Die Ozeanversauerung war ein großes Forschungsthema der Expedition. Sie ist eine direkte Folge unseres hohen CO2-Ausstoßes
, erklärt Menn. Die Forschungen stehen noch am Anfang, sind jedoch für die Zukunft der Meere und uns Menschen von großer Bedeutung.
Je mehr CO2 in der Atmosphäre ist, umso mehr kann sich im Meer lösen und zu Kohlensäure werden. Werden die Ozeane saurer, ist das eine Gefahr für die Ökosysteme. Denn das Phytoplankton vermehrt sich in saurem Wasser langsamer. Die Algen sind die Nahrungsbasis für fast alle Meeresbewohner. Werden sie seltener, müssen Wale und Fische vielleicht bald hungern.
Wie das Phytoplankton auf das saure Meerwasser reagiert, haben die Wissenschaftler vom IFM-GEOMAR mit riesigen Reagenzgläsern, den sogenannten Mesokosmen, herausgefunden. Noch nie vorher wurden so viele Daten zur Ozeanversauerung gesammelt - und viele warten noch darauf ausgewertet zu werden. Die Arbeit mit den Mesokosmen, wie sie zu Wasser gelassen werden und wie die Wissenschaftler Proben nehmen, hat Greenpeace gefilmt. Sehen Sie sich die Filme am Samstag auf der Esperanza oder jetzt auf YouTube an!

Das zweite große Ziel der rund 30-köpfigen Crew war die Kartierung eines Tiefseegebietes. Bis dahin wusste niemand was genau sich am Meeresboden der Arktis befindet. Wir haben Licht in die Tiefe des Arktischen Ozeans gebracht und ein artenreiches und sensibles Ökosystem entdeckt, das geschützt werden muss
, so Menn.
Mit Unterwasserroboter und -kamera erkundeten die Experten rund 3000 Quadratkilometer Meeresgrund. Dabei filmten sie Lebewesen von atemberaubender Schönheit: Filigrane Schwämme und eifrige Krebse, die sich perfekt an die harten Bedingungen im Polarmeer angepasst haben. Den Film von der Unterwasserwelt können sie ebenfalls auf der Esperanza bestaunen oder gleich bei YouTube anschauen.
Doch die Lebewesen des Polarmeers sind in Gefahr. Durch die Klimaerwärmung und der folgenden Eisschmelze gerät das Gebiet in den Fokus der industriellen Ausbeutung: Fischbeständen, Öl und Mineralien locken. Indem wir die weißen Flecken auf der Karte füllen und zeigen, dass sich mehr als nur Schlamm auf dem Untergrund des arktischen Ozeans befindet, wird klar, dass dieses einzigartige Ökosystem geschützt werden muss
, sagt Menn.