Viele Menschen haben sich an der Seite von Greenpeace gegen den isländischen Walfang und für Walsafaris ausgesprochen. Vielen Dank dafür.
Im Aktionszeitraum vom 04.09.2007 bis zum 06.04.2008 wurden insgesamt 3854 Protest E-Mails verschickt.
In Island selbst kauft kaum jemand noch Walfleisch. Deshalb hat der Betreiber der Walfangflotte, Kristian Loftson, hartnäckig versucht, den Export nach Japan anzukurbeln. Dafür reiste er sogar als Teil der isländischen Delegation zu einem so genannten Normalisierungstreffen nach Japan. Hier beabsichtigte das Land der aufgehenden Sonne einen Weg zu finden, wie man die Internationale Walfangkommission normalisieren könnte, sprich wie man doch zu einer Bewirtschaftung der Walbestände zurückkommen könnte.
Da aber die Walschutzstaaten, abgesehen von der Schweiz, durch die Reihe weg nicht erschienen, verlief das Treffen für die anwesenden Walfangstaaten und ihre Unterstützer enttäuschend. Für Herrn Loftson gleich in doppelter Hinsicht, sitzt Japan doch selbst auf gefüllten Kühlhäusern und hat starke Absatzprobleme seines eigenen Walfleisches. Inzwischen kristallisiert sich immer mehr heraus, dass Japan an einem Import aus Island nicht interessiert ist.
Seither hat der isländische Fischereiminister selbst zugegeben, dass bei dem jetzigen Stand der Dinge niemand an den toten Walen verdient. Ganz im Gegenteil: Ein Großteil der Bevölkerung und der Politik fürchtet, dass das Land bereits jetzt einen starken Imageverlust erlitten hat. Der Fischeriminister ging sogar bereits so weit, öffentlich im Radio zu erklären, dass die Walfangindustrie von allein sterben wird, sollte sich an dem starken Absatzproblem nichts ändern.
Mit anderen Worten: Die Strategie von Greenpeace während der vergangenen Jahre ist aufgegangen. Häufige Schiffs-Besuche, die eine Plattform des Austauschs für die verschiedenen Interessengruppen ermöglichten, enger Kontakt zu der immer stärker werdenden Walbeobachtungsindustrie und starke Beteiligung an der öffentlichen Debatte, haben zu der jetzigen Situation geführt. Hierbei ist das Engagement für die Wale von Menschen aus aller Welt nicht hoch genug zu bewerten.
Die größte öffentliche Zeitung der Insel, Morgunbladid, positioniert sich schon seit längerem gegen ein Fortsetzen der Jagd und lediglich ein alter Fischer hält weiter daran fest. Doch auch er wird einsehen müssen, dass sich Dinge ändern und auch das sturste Festhalten irgendwann dem neuen Zeitgeist weichen muss.