Ein Artikel von Sigrid Totz

Hamburgs Watt ist UNESCO-Weltnaturerbe

Ein unrühmliches Kapitel Hamburger Politik hat am Montag ein gutes Ende gefunden: Die UNESCO ernannte den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer zum Weltnaturerbe. Damit ist nun das gesamte Watt vor der niederländischen und deutschen Küste als besonders schutzwürdig anerkannt.

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Am Hamburgischen Wattenmeer, diesem kleinen Stück Watt vor der Elbmündung, drohte 2008 der gesamte Anerkennungsprozess zu scheitern. Jahrelang hatte Hamburg gemeinsam mit den anderen Anrainerländern darauf hingearbeitet, den begehrten Titel der UNESCO zu erhalten. Bis Ole von Beust und sein CDU-Senat sich plötzlich eines anderen besannen. Sie wollten die geplante Elbvertiefung nicht gefährden und zogen kurz vor Fristende ihre Unterschrift unter dem Antrag zurück.

Dabei ist das Wattenmeer eine weltweit einzigartige Landschaft von hoher ökologischer Bedeutung. Fast das gesamte Watt vor der norddeutschen und niederländischen Küste steht schon seit 1991 als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Doch all die schönen Titel nützen nichts, wenn die zuständigen Regierungen daraus keinen echten Schutzbedarf ableiten. So darf im Wattenmeer immer noch mit zerstörerischen Fangmethoden gefischt werden.

Der Weltnaturerbe-Titel ist sicherlich begrüßenswert und passt zur europäischen Umwelthauptstadt, sagt deshalb Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Allerdings muss jetzt mal Butter bei die Fische. So ein Titel bringt auch die Verpflichtung mit sich, dieses Erbe für die kommenden Generationen zu erhalten.

Hamburg könne es jetzt besser machen als die fürs übrige Wattenmeer verantwortlichen Stellen, ansonsten sei dieser neue Schutzstatus gerade so viel wert wie das Papier, auf dem er steht.