Obwohl von der Bundesregierung bei der EU als “Natura 2000-Schutzgebiet“gemeldet, findet im Sylter Außenriff täglich zerstörerische, wirtschaftliche Nutzung statt. In diesem ausgewiesenen Meeresschutzgebiet wird nicht nur Sand und Kies abgebaut. Zusätzlich durchpflügen Fischereiflotten mit Grundschleppnetzen den Meeresboden dieses artenreichen Steinriffs. Außerdem gefährdet die Stellnetzfischerei vor allem in den Sommermonaten das Überleben der Schweinswale, für die das Sylter Außenriff ein Rückzugsgebiet sein soll.
Greenpeace hatte sich im Sommer 2008 entschlossen, im Sylter Außenriff hunderte Natursteine zu versenken. Die tonnenschweren Felsbrocken wirken wie ein Schutzschild und sollen zerstörerische Aktivitäten verhindern. Die Versenkungsgebiete finden sich jetzt auch in den aktuellen Seekarten der deutschen Nordsee wieder. Fischer, die ihren Beutezug planen, werden diese Gebiete meiden – das Sylter Außenriff hat den Schutz bekommen, den es verdient.

Durch Schutzgebiete können zum einen gezielt Arten wie der Schweinswal oder Lebensräume wie Korallenriffe geschützt und somit die biologische Vielfalt im Meer bewahrt werden. Zum anderen geben sie dem gesamten Ökosystem eine Atempause und stärken seine Widerstandskraft.
Auch die Fischerei gewinnt durch strikte Schutzgebiete: Jungfische können ungestört heranwachsen, bis sie schließlich selber laichen. Dadurch wächst die Fischpopulation im Schutzgebiet an und kann durch Abwandern der Fische in umliegende Gebiete auch dort zu einem erhöhten Fischbestand führen. Dieser so genannte spill-over-Effekt ist von zahlreichen Meeresschutzgebieten bekannt, z.B. von Gewässern aus den USA und den Philippinen.