Vor der Tagung der Walfangkommission: Greenpeace-Kinder fordern Schutzgebiete

Klein hilft groß

Wale können über hunderte von Kilometern unter Wasser kommunizieren, an Land brauchen sie ein Sprachrohr: Kinder fordern in Berlin heute Schutzgebiete im Südatlantik.

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UPDATE 25.10.2016: Heute haben die Mitgliedstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) bei einer Abstimmung die Schaffung eines Walschutzgebietes im Südatlantik abgelehnt. Die notwendige Dreiviertelmehrheit wurde mit 60,5 Prozent Zustimmung verfehlt. „Während die Nachbarstaaten des geplanten Schutzgebiets wie Argentinien, Brasilien oder Südafrika den Schutz fordern, verhindern ihn ausgerechnet Länder, die tausende Kilometer entfernt liegen“, kommentiert Greenpeace-Sprecherin Gesche Jürgens die Entscheidung.

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Das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft bekommt ein Mobile präsentiert: Zehn junge Umweltschützer und Umweltschützerinnen überreichten heute Morgen die bunte Holzskulptur an Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth (CDU). Damit verbunden sind eindrückliche Forderungen: In dem von Bildhauerin Antje Truelsen gestalteten Walkorpus hängen 200 Origami-Wale, allesamt gefaltete Bitten Kinder- und Jugendlicher aus ganz Deutschland, sich für den Erhalt der Meeressäuger einzusetzen.

Sie sind nur eine symbolischer Auswahl der Zusendungen, die Greenpeace nach einem Aufruf im Sonderheft „Wale und Delfine“ des Kindermagazins Geolino  erhalten hat – hundert Mal so viele landeten bei uns in der Post, ein großer Teil ist – an Fäden aufgereiht – in der Greenpeace-Ausstellung in der Hamburger Hafencity  zu besichtigen. Unter dem Motto „Basteln für den Schutz der Meere“ waren die Kinder aufgefordert, Meeresbewohner aus Papier zu falten und damit auf die Gefährdung von Walen und Delfinen hinzuweisen.

Eine Botschaft für den Weg zur Walfang-Tagung

Die Präsentation des Mobiles heute hat einen ganz aktuellen Grund: Am 20. Oktober beginnt die 66. Tagung der Internationalen Walfangkommission in Slowenien. Das Gremium besteht derzeit aus 75 Unterzeichnerstaaten, es legt Fangquoten fest und bestimmt Schutzzonen, in denen nicht gejagt werden darf. Auf der kommenden Konferenz soll zum Beispiel auch über ein neues Walschutzgebiet im Südatlantik abgestimmt werden. Pläne für dieses besondere Schutzgebiet gibt es seit 20 Jahren, bislang blieben die diesbezüglichen Vorstöße einzelner Staaten erfolglos.

Deutschland hat bereits durchblicken lassen, dass es dem Vorhaben aufgeschlossen gegenübersteht. Aber das reicht nicht: Den Greenteams in Berlin geht es beim Treffen mit der Staatssekretärin darum, dass die deutsche Regierungsvertretung bei der Tagung eine aktive Rolle spielt und auch andere Delegationen überzeugt, dass ein Walschutzgebiet im Südatlantik notwendig ist.  

Mit dabei haben die Greenteam-Kinder Briefe an Bundesminister Christian Schmidt (CSU), der für die Fischerei zuständig ist. Emma aus Münster schreibt etwa: „Lieber Herr Schmidt, wenn man Delfine im Meer besucht, wird man ganz glücklich. Bitte schützen sie diese Tiere!“ Zuneigungsvoller kann man Meeresschutz nicht begründen.

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