Fast neun von zehn Speisefischbeständen in den europäischen Meeren sind überfischt oder kurz davor. Deswegen soll bis 2013 die EU-Fischerei neue Gesetze und Regeln bekommen.
Die Reaktion auf die zurückgehenden Fischbestände sind der Einsatz größerer Schiffe mit größeren Netzen und stärkerer Leistung. Das kann nicht lange gut gehen. Greenpeace fordert deswegen einen radikalen Umbau der europäischen Fischerei. Die dazu notwendigen Gesetze müssen während der Fischerei-Reform auf den Weg gebracht werden.
Die europäische Fischerei muss weg von der teuren und nichtnachhaltigen Fabrikfischerei die Unsummen von Subventionen verschlingt und hin zu einer kleinskaligen, handwerklichen Küstenfischerei, die den Beruf der Fischer achtet und ihn lohnenswert macht. Die Grundlage dafür liefert ein intakter Fischbestand, der ökologisch nachhaltig bewirtschaftet wird.
Im April 2009 legte die EU-Kommission ein sogenanntes Grünbuch zur Lage der EU-Fischerei vor. Das Ergebnis ist verheerend. In einer detaillierten Stellungnahme bezieht Greenpeace Position zum Kommissionspapier und fordert drastische Reformen. Hier finden Sie die Greenpeace-Stellungnahme in englischer Sprache.
Die europäische Fischerei braucht eine radikale Reform, nur so kann der Zusammenbruch der Speisefischbestände noch aufgehalten werden. Drastische Schritte sind notwendig um die Überkapazitäten abzubauen, die Beifänge von Nichtzielarten zu verhindern, die illegale Fischerei einzudämmen und die Fangflotte den Gegebenheiten anzupassen. Die Greenpeace-Lösungsvorschläge und Forderungen finden Sie hier.
Besonders die spanische Fischereiflotte ist viel zu groß. Die absurde Subventionspolitik der EU ermöglicht seit vielen Jahren die weltweiten Raubzüge der größten europäischen Fischereischiffe, die fest in spanischer Hand sind. Der Report Spanien - Meister der Überfischung wirft ein Schlaglicht auf die Situation in der iberischen Fischerei.
Statt die Überkapazitäten der EU-Flotte abzubauen, wird das Überfischungsproblem in die Gewässer der Entwicklungshilfenationen exportiert. Besonders vor Westafrika fangen die europäischen Trawler den einheimischen Küstenfischern die Nahrungsgrundlage weg. Lesen Sie hier das Greenpeace-Hintergrundpapier Wie Afrika Europa ernährt.