Ein Artikel von Michelle Bayona

Greenpeace entert österreichische BP-Zentrale

BP - Raus aus der Tiefsee! - Mit dieser Botschaft haben Greenpeace-Aktivisten die Fassade des BP-Bürogebäudes in Wien-Neudorf verhüllt. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, erhielt der Ölkonzern ein 225 Quadratmeter großes Transparent mit mehreren hundert Protestunterschriften.

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Das von Passanten gestaltete Banner stammt von einer Greenpeace-Aktion am 07. Juli 2010 auf dem Wiener Stephansplatz: Es enthält neben den Unterschriften auch Nachrichten und Forderungen von empörten Bürgern an die BP-Leitung. Nach knapp drei Monaten scheint das Ölleck im Golf von Mexiko zwar vorerst abgedichtet - Nachrichten von weiteren Lecks in der unmittelbaren Umgebung des Bohrlochs sowie von tausenden Quellen, die scheinbar nicht auf Lecks kontrolliert wurden, geben aber weiter Anlass zur Sorge.

Indes tauchen neue Details über das sogenannte Krisenmanagement von BP auf. Der Ölkonzern scheint vordergründig um die Begrenzung seines Image-Schadens bemüht - mit wenig Erfolg: Kürzlich enthüllten Blogger, dass BP der Öffentlichkeit mehrfach retuschierte Fotos ihrer Krisenarbeit präsentiert hat; es folgte von Seiten des Ölmultis lediglich Ausreden sowie eine Korrektur auf der Homepage.

Eine unabhängige Berichterstattung vor Ort schränkt BP mittels gebuchter Sicherheitsfirmen seit Beginn der Ölpest kategorisch ein: Kamera-Teams und Fotografen wird der Zutritt zu den ölverschmutzten Stränden verwehrt, berichtet Jurrien Westerhof, Energieexperte von Greenpeace-Österreich. Ölverschmierte Tiere würden schnellstmöglichst aus den Augen der Öffentlichkeit entfernt. Von neuen Restriktionen berichtet auch Greenpeace USA: Den Ölsperren dürfe sich auf höchstens 20 Meter genähert werden, sodass das wahre Ausmaß der Ölpests nicht sichtbar wird.

Entstehung des Banners bei der Greenpeace-Aktion am 07. Juli: