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Frachter Winona wieder frei

Heute Morgen ist es einem Schlepper gelungen, den Frachter Winona wieder in tiefere Gewässer zu ziehen. Ein Teil des geladenen Stahls musste zuvor auf ein anderes Schiff verladen werden. Der Unfall in der Kadetrinne hat damit noch einmal ein glimpfliches Ende genommen. Um solche Zwischenfälle in Zukunft zu vermeiden fordert Greenpeace eine verbindliche Lotsenpflicht.

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In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni war die Winona, aus St. Petersburg kommend, in der Nähe der Kadetrinne auf Grund gelaufen. Die Ursache konnte bisher noch nicht geklärt werden. Greenpeace erhielt die Meldung in den Mittagsstunden und schickte umgehend zwei Schlauchboote und Experten nach Rostock-Warnemünde, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen. Vom 10. bis zum 14. Juni nahmen die Greenpeace-Experten Wasserproben. Eine Verschmutzung des Meeres durch den Unfall, zum Beispiel mit ausgelaufenem Öl, stellten sie nicht fest.

Die Kadetrinne zwischen Deutschland und Dänemark ist mit etwa 60.000 Schiffsbewegungen im Jahr eine der meistbefahrenen Schiffswege Europas. Wegen ihrer geringen Breite und Tiefe gilt sie als ein schwieriges Fahrwasser und ein Nadelöhr der Schifffahrt. In einem Abschnitt ist die 20 Meter tiefe Fahrrinne effektiv nur etwa 500 Meter breit. Umliegend steigt der Meeresboden auf nur 10 bis 13 Meter Wassertiefe an. Verlassen tiefgehende Schiffe die Rinne, laufen sie auf Grund.

Unterstützung für die Lotsenpflicht findet Greenpeace im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Lotsen an der Ostseeküste weisen immer wieder auf das Unfallrisiko in der Kadetrinne hin. Zuständig für eine Entscheidung ist die Internationale Marine Organisation (IMO), bei der die Ostsee-Anrainerstaaten sich geschlossen und mit Nachdruck für eine Lotsenpflicht einsetzen müssen. Dies scheitert bisher unter anderem an Russland.

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