
Regelmäßig werden die Wurzeln der Bäume vom Wasser umspült, einige Stunden später zeigt sich wieder das Land. Kreischende Affenhorden und bedächtige Ameisenbären sind regelmäßige Besucher der Mangroven. Für viele Vögel und zahlreiche Insektenarten bieten sie Heimat und Futterplatz. Für Fische und Shrimps sind sie die Kinderstube.
Die Gezeitenwälder sind wirtschaftliche Basis für viele in und am Rande der Mangroven lebende Bevölkerungsgruppen. Sie fangen dort traditionell Fische, Shrimps und andere Krebse sowohl für die Selbstversorgung als auch für den Handel im kleinen Stil. Sie verwenden Holz aus den Wäldern, um ihre Dächer zu decken. Viele Pflanzen werden zu traditionellen Heilkräutern verarbeitet. Früchte, Eier, Blattgemüse, Honig und Zucker bereichern ihren Speiseplan. Durch diese, auf die Selbstversorgung konzentrierte Nutzung bleibt das Ökosystem erhalten und wird kaum beeinträchtigt.
Trotzdem droht den Mangrovenwäldern die vielleicht vollständige Zerstörung: Durch den Hunger der reichen Industrieländer nach Shrimps sind zum Beispiel in Ecuador bereits rund 70 Prozent dieses einzigartigen Ökosystems abgeholzt. Industrielle Zuchtfarmen verdrängen einen der produktivsten Naturräume der Erde und sorgen somit in tropischen Ländern wie Thailand, Indonesien und Indien für extreme Umweltzerstörung mit verheerenden Folgen für die örtliche Bevölkerung.