
Dort, wo Kontrollen die Ausnahme sind, wildern sie am liebsten: in entlegenen Gebieten wie dem Südpolarmeer, auf hoher See oder in Küstenbereichen von Ländern, die nicht in der Lage sind, Überwachungsfahrten durchzuführen, wie z.B. in den Wirtschaftsgewässern (200-Seemeilenzone) der westafrikanischen Staaten.
Immer mehr Schiffe fahren unter den sogenannten Billigflaggen, wie z.B. Belize, Honduras oder Panama. Dabei umgehen die Schiffseigner sämtliche Kontrollen und Fischereiabkommen, weil diese Staaten den entsprechenden Abkommen nicht beitreten und keinerlei Kontrolle über ihre Flotten ausüben. Nicht selten sitzen die eigentlichen Besitzer der Schiffe in Japan, den USA oder in Ländern der Europäischen Union. Und ein weltweites Netz aus Briefkasten- und Scheinfirmen hilft ihnen, ihre wahre Identität zu verschleiern.
Die Opfer ihrer rücksichtslosen Fischereipraxis stammen dagegen aus den ärmsten Ländern dieser Erde: So ernährt z.B. der Reichtum der westafrikanischen Küstengewässer seit Generationen Fischer und ihre Familien. Heutzutage wird das Meer vor ihrer Haustür im industriellen Maßstab von internationalen Fischereiflotten geplündert. Eine jahrhundertelang funktionierende nachhaltige Küstenfischerei wird so durch einen Raubbau bisher unbekannten Ausmaßes zerstört. Und während die Vielfalt in den Fischtheken der Industrienationen noch vielfältiger wird, bleiben die Teller der afrikanischen Küstenbewohner immer häufiger leer.
Seit Jahren ist Greenpeace unterwegs, um Piratenfischer aufzuspüren - im Mittelmeer, im Südpolarmeer und vor Westafrika. Um die Piratenfischerei sinnvoll einzuschränken, fordert Greenpeace neben wirksameren Kontrollen vor allen folgende Maßnahmen: