
Ob frisch oder eingefroren, ob bearbeitet oder geräuchert - seit 2002 müssen Fisch und Fischereierzeugnisse gekennzeichnet sein. Das legt das Fischetikettierungsgesetz der Europäischen Union fest. Vorgeschrieben sind: Handelsbezeichnung (z.B. Kabeljau), Produktionsmethode (z.B. Wildfang / Seefischerei) und Fanggebiet (z.B. Nordostatlantik).
Für den Verbraucher reicht das nicht, wenn er Fisch aus nicht-nachhaltigen Fischereien vermeiden will. Das wird am Beispiel Kabeljau deutlich: Im gesamten Nordostatlantik kommen 13 Kabeljaubestände vor. Sie sind in unterschiedlichem Gesundheitszustand und werden mit unterschiedlichen Methoden gefangen. Und die Fangmethoden sind teils mehr, teils weniger schädlich für das Ökosystem.
Der Greenpeace-Fischratgeber Fisch - beliebt aber bedroht bietet dem Verbraucher erste Anhaltspunkte, welche Fischarten beziehungsweise -bestände empfehlenswerter sind als andere. Im Fall Kabeljau empfiehlt er als bessere Alternative: Kabeljau (Gadus morhua), gefangen im Nordostatlantik: Barentssee, Norwegische See, Island, Westliche Ostsee - mit Langleine, Handleine oder Wadennetzen. Um genau diese Wahl treffen zu können, braucht der Verbraucher detaillierte Informationen auf der Verpackung und an der Fischtheke.
Noch katastrophaler ist die Kennzeichung bei verarbeiteten Fischereierzeugnissen. Das betrifft alle Produkte in Soßen o.ä., zum Beispiel Heringssalat oder Thunfisch in Dosen. Diese fallen nicht unter das ohnehin schon unzureichende Etikettierungsgesetz. Das bedeutet konkret: Für ein Glas Rollmops oder eine Dose Thunfisch reicht die Angabe Hering oder Thunfisch - und das, obwohl es Heringsbestände und zahreiche Thunfischbestände gibt, die überfischt sind.
Um dem Verbraucher zu seinem Recht auf vollständige Kennzeichnung und Information zu verhelfen, ist die Eigeninitiative von Fischindustrie und Lebensmittelhandel notwendig. Nur so werden auch die notwendigen gesetzlichen Veränderungen erfolgen.
Erster Schritt in die richtige Richtung ist die Initiative des Bundesmarktverbandes für Fischerei, des Lebensmittelhandels (LEH) und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Fischerei (BMELV). Sie wollen die Fangebietskennzeichung bei Fischprodukten verbessern.
Greenpeace fordert von Fischindustrie und Lebensmittelhandel eine vollständige Kennzeichung aller Fischprodukte. Sie muss mindestens folgende Informationen einschließen: