Die Technik macht es möglich: Echolot und Radar orten Fischschwärme selbst in entlegensten Winkeln der Meere. Seit 1970 hat sich die Kapazität der Fischereiflotte weltweit verdoppelt. Industrielle Trawler machen dabei nur ein Prozent der weltweit eingesetzten Fischereischiffe aus. Doch sie fangen 50 Prozent der Gesamtfangmenge. Die Welternährungsorganisation (FAO) schätzt, dass von den weltweit kommerziell genutzten Fischbeständen 52 Prozent bis an ihre Grenze genutzt, 17 Prozent überfischt und sieben Prozent bereits erschöpft sind.
Einer der schlimmsten Auswüchse der Fischerei ist der Beifang. In riesigen Netzen verfangen sich neben kommerziell verwertbaren Fischen auch andere Lebewesen. Darunter sind Jungfische, Vögel, Schildkröten und sogar Haie oder Wale. Tot oder schwer verletzt werden diese Tiere wieder über Bord geworfen. Besonders die Jagd nach Bodenfischen wie Scholle und Seezunge oder die Krabbenfischerei produzieren extrem viel Beifang (bis zu 80 Prozent). Dabei kommen Grundschleppnetze mit schwerem Geschirr zum Einsatz. Wenn diese über den Meeresboden gezogen werden, nehmen sie alles mit, was sich ihnen in den Weg stellt.
Die industrielle Fischerei schaden nicht nur dem Meer. Sie bedroht auch das Überleben regionaler Fischer. Die Fischereiabkommen zwischen den pazifischen Inselstaaten und den industriellen Fischern sind ungünstig für die Insulaner. Die Inselstaaten erhalten nur circa sechs Prozent des Fangwertes durch den Verkauf ihrer Fischereirechte. Zudem haben die lokalen Fischer mit der Überfischung der Meere zu kämpfen. Sie kehren immer häufiger mit leeren Netzen heim, ihre zentrale Einnahme- und vielerorts einzige Eiweißquelle fehlt.