
Das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior I bleibt im Nordpazifik in einem Treibnetz hängen. Die Besatzung findet tote Seevögel und Kleinwale, die in den Netzen ertrunken sind. Greenpeace startet daraufhin eine Kampagne gegen Treibnetzfischerei, die Wände des Todes.
Greenpeace protestiert gegen den Thunfischfang mit Ringwaden-Netzen. In solchen Netzen verenden jährlich über hunderttausend Delfine allein im Ostpazifik, außerdem unzählige Haie und Meeresschildkröten.
Nach Protesten von Greenpeace fordert die US-amerikanische Fischereibehörde die Krabbenfischer auf, ihre Netze so zu verändern, dass sie Schildkröten nicht gefährden.
Die Vereinten Nationen verabschieden eine Resolution für ein Verbot der Treibnetzfischerei. Die Resolution hat Greenpeace zusammen mit den USA, Neuseeland und einigen Südpazifikstaaten erarbeitet. 1991 wird ein entsprechendes Moratorium beschlossen.
Die Rainbow Warrior II geht gegen die Treibnetzflotten Japans und Taiwans vor, die ihre kilometerlangen Treibnetze im Pazifik auslegen.
Greenpeace protestiert gegen illegale Fangfabrikschiffe im Südpolarmeer und bringt Beweise für deren Existenz zur jährlichen Konferenz zum Schutz der lebenden Meeresschätze der Antarktis.

Im Mittelmeer überrascht Greenpeace immer wieder Fischer, die mit bis zu 20 Kilometer langen, illegalen Treibnetzen arbeiten. Die Vereinten Nationen beschließen ein Abkommen, das erste internationale Standards für eine nachhaltige Fischerei festlegt. An dessen Ausarbeitung hat Greenpeace mitgewirkt.
Das Greenpeace-Schiff Sirius ist vor der schottischen Nordseeküste gegen dänische und britische Gammelfischerei in ökologisch sensiblen Gebieten aktiv. Gammelfischer fangen Fische zur Produktion von Fischmehl und Fischöl.
Greenpeace stellt Prinzipien für eine ökologisch verträgliche Fischerei vor. Gefordert wird ein neues Fischereimanagement, um die Überfischung der Meere zu verhindern.
Italien kündigt an, 600 Treibnetzschiffe stillzulegen. Im Südpolarmeer ist Greenpeace gegen die Langleinenfischerei unterwegs, die den Bestand von Thunfischen und Haien bedroht. An den mit tausenden Haken bestückten Langleinen verfangen sich auch rund 100.000 Seevögel im Jahr, darunter die vom Aussterben bedrohten Albatrosse.
Die deutsche Fischwirtschaft macht erste Zugeständnisse, ihre Verantwortung anzunehmen: Sie beginnt, Verbraucher über Herkunft, Art und Fangmethode der Fischprodukte zu informieren.
Die Fischerei- und Landwirtschaftsminister der Europäischen Union beschließen ein Verbot der Treibnetzfischerei: In einer dreijährigen Übergangsphase müssen die EU-Staaten ihre Treibnetzflotten auflösen (bis Ende 1999 sollen die Fischer 40 Prozent ihrer Boote umrüsten, bis Ende 2000 70 Prozent). Ab dem 1.1.2002 dürfen in EU-Gewässern (die Ostsee ist ausgenommen) keine Todeswände mehr ausgelegt werden.

Das Greenpeace-Schiff Artic Sunrise verfolgt illegale Piratenfischer im Südpolarmeer. Piratenfischer registrieren ihre Fangschiffe in so genannten Billigflaggenländern, die keinem Fischereiabkommen angehören. Diese Länder verkaufen ihre Flaggen an Schiffseigner in Japan, den USA oder Europa, die damit internationale Fischereiabkommen umgehen. Allein im Südpolarmeer fahren 50 bis 100 Schiffe unter Billigflaggen, um mit Langleinen den stark bedrohten Schwarzen Seehecht zu fangen.
Greenpeace ist mit der MV Greenpeace im Ostatlantik auf Patrouillenfahrt, um Piratenfischer aufzustöbern und deren illegale Jagd auf Thunfisch zu dokumentieren. Nach Greenpeace-Schätzungen sind weltweit etwa 1.200 industrielle Fangschiffe unter Billigflagge unterwegs. Allein im Gebiet des mittleren Ostatlantiks jagen ca. 350 Piratenfischer mit Langleinen nach wertvollen Thunfischen.
Greenpeace spürt Piratenfischer vor der westafrikanischen Küste auf und protestiert gegen die Umladung des Fangs auf Kühlschiffe. Die illegalen Fischer fangen dort vor allem Tintenfische, Garnelen, Rundfische und Plattfische. Alle anderen Meerestiere, die unbeabsichtigt in den Netzen landen, zum Beispiel Haie und Schildkröten, werden als Beifang tot oder verletzt zurück ins Meer geworfen. Die Eindämmung der Plünderung ist kaum durchzusetzen: Das westafrikanische Land Guinea beispielsweise kann einen Schutz seiner Küstengewässer nicht gewährleisten. Zur Kontrolle besitzt es lediglich vier Schlauchboote.
Im Frühjahr gibt Greenpeace erstmals den Einkaufsratgeber Fisch & Facts heraus. Unter dem Motto Welcher Fisch darf auf den Tisch informiert er Verbraucher über die Auswirkungen von Überfischung und Umweltbelastungen auf kommerziell wichtige Fischbestände.
Im November 2002 sinkt vor der Küste Galiciens in Spanien der Öltanker Prestige. Das gesamte Ökosystem der Küstenregion ist betroffen. Die freigesetzten Giftstoffe können sich in allen Meeresorganismen anreichern. Im Dezember 2002 trifft das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior II in Begleitung einer Protest-Flotte in der spanischen Stadt La Coruña ein, wo sie von rund 2000 Menschen empfangen wird. Gemeinsam wird die EU aufgefordert, Ölunfällen wirksam vorzubeugen.

Wie schon im Jahr 2001 überwacht Greenpeace im Winter 2002/2003 einen Monat lang die besonders gefährliche Kadetrinne, eine Schifffahrtsroute zwischen Deutschland und Dänemark in der Ostsee. Ergebnis: Täglich passiert mindestens ein Risiko-Tanker, der einwandig und zudem älter als 20 Jahre ist, dieses Nadelöhr. Ein Tankerunglück mit unabsehbaren Folgen für die Meeresumwelt ist jederzeit möglich.
Die EU beschließt ein Verbot von Einhüllen-Tankern, die Schweröl, Bitumen oder Teer transportieren. Seit Ende Oktober dürfen diese Schiffe keine EU-Häfen mehr anlaufen, allerdings weiterhin EU-Gewässer passieren.
Endlich tritt ein weltweites Verbot von hochgiftigen Tributylzinn (TBT)-haltigen Schiffsanstrichen in Kraft. Ein großer Erfolg für die 1999 begonnene Greenpeace-Kampagne.
Die Internationale Walfang-Kommission IWC nimmt auf ihrer jährlichen Konferenz die so genannte Berlin-Initiative an, die den Umbau von einer Walfang- zu einer Walschutzorganisation einleiten soll. Ein umfassender Schutz ist dringend nötig, denn auch die Fischerei bedroht die Meeressäuger. Derzeit sterben jährlich rund 300.000 Wale und Delfine als Beifang in den Fischernetzen.
Mit weltweiten Aktionen macht Greenpeace auf die Krise der Meere aufmerksam.
Unter anderem fordert Greenpeace, dass rund 40 Prozent von Nord- und Ostsee unter Schutz gestellt werden. In den Schutzgebieten soll es keine Fischerei - vor allem keine Grundschleppnetzfischerei - mehr geben. Neue Öl- und Gasförderung, Sand- und Kiesabbau, militärische Übungen, Aquakultur und künstliche Riffe oder Inseln sowie die Verklappung von giftigen Substanzen sollen verboten werden.
Das Greenpeace-Schiff Esperanza dokumentierte im Sommer zerstörerische Aktivitäten in der Nordsee und ging vor allem gegen die Fischerei mit ihren enormen Beifangmengen vor, beispielsweise waren rund 11.000 Tiere von einem einzigen Fischkutter nach zwei Stunden Fangzeit in der Nordsee tot als Abfall aussortiert worden.

Weltweit fallen Schätzungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) zufolge jährlich rund 300.000 Wale und Delfine als Beifang der Fischerei zum Opfer. Allein in europäischen Gewässern verenden jedes Jahr mehr als zehntausend Kleinwale in Fischernetzen. Im Nordostatlantik sind Delfine mittlerweile vom Aussterben bedroht. Greenpeace hat auf die insbesondere in England verbreitete Praxis des Pair-Trawling, bei dem zwei Fischerboote ein riesiges Netz durchs Meer schleppen, aufmerksam gemacht. Allein in britischen Gewässern tötet diese Fischerei jährlich Tausende Delfine.
Im August wird in Hamburg das neue Greenpeace-Schiff Beluga II eingeweiht. Bei der ersten Fahrt wird sie für die Kampagne zum Schutz von Nord- und Ostsee eingesetzt.
Die Rainbow Warrior II tourte im Südpazifik gegen Piratenfischer. Dort unterstützte Greenpeace die Bevölkerung der kleinen Inselstaaten gegen die Übermacht der industriellen Fangflotten aus Europa, den USA und Südostasien. Illegale, unregulierte und nicht dokumentierte Fischerei bedroht dort die letzten intakten Fischbestände. Außerdem verschaffen sich die Industrienationen durch unfaire, ausbeuterische Fischereiabkommen Zugang zu den dortigen Gewässern.
Im Anschluss dokumentierten die Greenpeace-Schiffe Eperanza und Rainbow-Warrior II Schäden der Unterwasserwelt durch Tiefsee-Trawler im Nordatlantik und in den Gewässern um Neuseeland. Vor Neuseeland wurden streng geschützte Korallenarten im Beifang der Fischer gefunden.
Im November 2004 sprach Greenpeace, stellvertretend für 30 Nicht-Regierungs-Organisationen vor der UN-Vollversammlung. Dort wurde über Fischerei in internationalen Gewässern und über die zerstörerische Auswirkungen der Grundschleppnetzfischerei diskutiert. Die Tieseefischerei zerstört die Bodenfauna und Jahrtausendealte Kaltwasserkorallen, unbekannte Tiefseetiere verschwinden noch bevor sie erforscht sind.
V.i.S.d.P: Andrea Malin Cederquist