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Ein Artikel von Jan Haase
Fangquoten für viele Fischarten werden erhöht

Fischerei-Lobby setzt sich durch

Die Signale stehen weiter auf Überfischung. Bei der Festlegung der Fangquoten für die Nordsee haben heute die Fischereiminister der EU-Länder die Warnungen von Wissenschaftlern, Umweltschützern und dem Rat der EU-Kommission weitgehend ignoriert. So dürfen die Nordsee-Fischer 2009 fast ein Drittel mehr Kabeljau fangen. Nach Angaben der EU-Kommission sind in Europa 88 Prozent der Bestände überfischt. Weltweit sind es 25 Prozent.

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Ein weiteres Mal hat sich die europäische Fischereipolitik den egoistischen Interessen der Fangnationen gebeugt, kommentiert Bettina Walter, Meeresbiologin bei Greenpeace, die Entscheidung. Die neuen Fangquoten beschleunigen erneut die Überfischung der Meere. Mit diesem Kurs wird eine wichtige Nahrungsquelle langfristig immer weniger zur Verfügung stehen.

Damit sich die Fischereibranche bei der Ausbeutung bedrohter Fischbestände durchsetzen kann, ist nun der Lebensmittelhandel gefordert. Die Unternehmen müssen signalisieren, dass sie nur noch Fische aus Beständen beziehen wollen, die nicht überfischt sind, fordert Walter.

Um die Zukunft der Fischbestände, der Fischindustrie und vor allem der Fischer zu sichern, muss die Politik unbedingt die wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung einhalten. Fischerei muss ökologisch nachhaltig werden, so Walter. Das bedeutet auch, dass künftig mit schonenderen Fangmethoden gefischt und großflächige Meeresschutzgebiete eingerichtet werden.

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Lange Zeit galten die Fischbestände in den unendlichen Weiten der Meere als unerschöpfliche Reichtümer. Doch seit industrielle, hochmodern ausgestattete Fangflotten die Ozeane plündern, schrumpfen die Bestände dramatisch.
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