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Diplomatischer Druck wächst

Trotz des internationalen Walfangverbots gewährt die isländische Regierung die Jagd auf Wale. 35 Staaten, darunter die EU und USA, erklärten jetzt offiziell ihren Protest gegen Islands Walfang. 

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Insbesondere die Jagd auf bedrohte Finnwale und der Handel mit Walprodukten prangern die Verfasser der diplomatischen Protestnote an. Unter den Unterzeichnern der sogenannten Demarche befinden sich die EU, ihre 28 Mitgliedstaaten sowie die Regierungen von USA, Australien, Brasilien, Israel, Neuseeland, Mexiko und Monaco.

Das Protestdokument wurde gestern der isländischen Regierung übergeben. EU-Botschafter Matthias Brinkmann wies auf den wachsenden öffentlichen Widerstand gegen den isländischen Walfang hin, insbesondere in Ländern, die zu Handelspartnern Islands zählen. Er thematisierte auch den öffentlichen Druck auf Geschäftspartner rund um den Globus und dem damit verbundenen Ruf nach dem Boykott isländischer Güter.

Eindeutiges Signal

Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack begrüßt den wachsenden diplomatischen Druck auf Island. „Die isländische Regierung muss endlich einsehen, dass Walfang ins Geschichtsbuch gehört. Das politische Signal aus dem Ausland ist klar: Schluss mit der Jagd auf bedrohte Wale! Jetzt sind die Unternehmen gefragt, die Handelsbeziehungen mit Island pflegen – sie müssen ihre Lieferkette frei von Walblut halten!“

Der Meeresbiologe spielt damit besonders auf den größten deutschen Fischimporteur „Deutsche See“ in Bremerhaven an. Die Firma kauft Fisch von einem isländischen Unternehmen, das mit der Walfangindustrie unter einer Decke steckt. „Deutsche See muss endlich aufwachen und jegliche Geschäftsbeziehungen zum isländischen Walfangclan abbrechen.“ Der Export von Fisch und Meeresfrüchten ist einer der wichtigen Wirtschaftsfaktoren für Island - jeder aussagekräftige Widerstand ausländischer Geschäftspartner gegen den isländischen Walfang ist wichtig.

Harte Fakten

Die diplomatische Protestnote greift das isländische Gold – den Handel mit Fisch – an, denn Island sei bekannt für sein verantwortungsbewusstes Ressourcenmanagement von Fisch und Meeresfrüchten. „Wir sind jedoch tief enttäuscht, dass die isländische Regierung weiterhin die Jagd auf Finn- und Minkewale erlaubt“, heißt es im Text und der nennt zudem harte Zahlen: „Wir sind besonders verärgert über Islands Ausbeute von 125 Finnwalen im Jahr 2009, 148 Finnwalen im Jahr 2010 sowie 134 Finnwalen 2013. Die Zahlen sind ein signifikanter Zuwachs gegenüber den 7 Finnwalen, die in den zwanzig Jahren vor 2009 gefangen wurden. Die aktuelle Fünfjahresquote von 770 Finnwalen gilt unter den Bestandsbewertungsmethoden der IWC als nicht-nachhaltig.“

Greenpeace schließt sich der Forderung der Protestnote der 35 Staaten an. Die isländische Regierung muss sich endlich an das international abgestimmte kommerzielle Walfangverbot halten. Island betreibt seit 2006 ganz offen kommerziellen Walfang und beruft sich auf eine Einspruchsklausel, mit der sich IWC-Regelungen aushebeln lassen.

Auch der Handel mit Walprodukten ist international durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES verboten. In der Demarche heißt es dazu: „Wir sind nicht überzeugt, dass Islands Jagd und der Handel mit Finnwalfleisch überhaupt heimischen Absatz findet bzw. nachgefragt wird.“ Island wird damit aufgefordert, den Vorbehalt gegen das Handelsverbot bezüglich der Walarten zurückzuziehen und diese vom Handel auszuschließen.

Greenpeace kämpft für ein Ende des kommerziellen Walfangs in Island. Hier können Sie sich engagieren.

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