Greenpeace auf Syngentas Hauptversammlung

Syngenta & das Bienensterben

Im schweizerischen Basel findet heute die Jahreshauptversammlung (AGM) von Syngenta statt. Auch mit dabei: Experten von Greenpeace. Sie informieren die Aktionäre über die Rolle von Syngenta im weltweiten Bienensterben - in Zusammenhang mit seinem Bestseller und Bienenkiller-Pestizid Thiamethoxam.

  • /

Greenpeace-Aktivisten und Imker aus ganz Europa demonstrieren friedlich außerhalb der Veranstaltung. Ihre Vertreter richten sich an Syngenta's Vorstand Martin Taylor mit der Frage: Welche Risiken drohen dem Unternehmen mit dem wahrscheinlichen Verbot, dass die Europäische Union auf drei Neonicotinoide von Syngenta und Bayer verhängen wird?

"Während Multikonzerne wie Syngenta, BASF und Bayer sich vor allem für Gewinne interessieren, bringen ihre gefährlichen Produkte Bienen und andere bestäubende Insekten in Gefahr. Aber ohne Bienen und ihre natürliche Bestäubungsleistung sind ganze Ökosysteme und die weltweite Nahrungsmittelproduktion in Gefahr", sagt Matthias Wüthrich, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace Schweiz.

Bald Verbot auf EU-Ebene?

Am Montag, 29. April 2013 werden die EU-Mitgliedsstaaten erneut über den Vorschlag der Europäischen Kommission abstimmen, drei Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide Thiamethoxam von Syngenta sowie Bayer's Clothianidin und Imidacloprid zu verbieten. Die vorherige Abstimmung am 15. März scheiterte. Das Verbot könnte bereits im Juli 2013 in Kraft treten, wenn der Vorschlag von den EU-Mitgliedsstaaten angenommen oder von der Europäischen Kommission umgesetzt wird. Die EU-Kommission hat das Recht das Verbot in Kraft zu setzen, wenn wieder keine qualifizierte Mehrheit erreicht wird.

Francesco Panella, Sprecher des europäischen Bienenzüchterverbandes, der gemeinsam mit Greenpeace an der Jahreshauptversammlung von Syngenta teilnimmt, sagt: "Dieses Verbot wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung, um unsere Bienen zu schützen und auch weiterhin gutes Essen und gute Landwirtschaft in Europa sicherzustellen. Neonicotionoide sind giftig für die Umwelt, Verunreinigungen in Wasser und Boden finden langfristig ihren Weg in die Nahrung von Bestäuberinsekten."

Der neueste Greenpeace-Report "Bye Bye Biene?" (PDF) vom 9. April zeigt, dass der Rückgang der Bienen das Ergebnis von mehreren Faktoren ist. Dazu gehören Klimawandel, Krankheiten und Parasiten (einschließlich Varroa-Milbe) und industrielle Landwirtschaft.

Letztere beinhaltet auch die Verwendung von Pestiziden. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die von Bayer und Syngenta verkauften Neonikotionide am Bienensterben beteiligt sind. Die von Greenpeace identifizierten sieben schlimmsten Bienenkiller-Pestizide, die sofort verboten werden müssen sind Thiamethoxam (Syngenta), Clothianidin, Imidacloprid (Bayer), Fipronil (BASF), Chlorpyriphos, Cypermethrin und Deltamethrin (verschiedene Hersteller).

Erst vergangene Woche entrollten Greenpeace-Kletterer ein riesiges Banner am internationalen Hauptgeschäftssitz von Syngenta in der Schweiz, dem weltweit größten Unternehmen der Agrochemie mit der Aufschrift "Syngenta-Pestizide töten Bienen".

Publikationen

Report: Bye bye Biene?

Eine Einschätzung über das Bienensterben und die damit zusammenhängenden Risiken für die Landwirtschaft in Europa.

Veröffentlichungen zu diesem Thema

Building Environmental Resilience

Der vorliegende Report zeigt, wie Landwirte in Kenia mit nachhaltigen Anbaumethoden gegen die Folgen des Klimawandels kämpfen.

Mehr zum Thema

Politikern auf den Zahn gefühlt

In Brüssel tagen heute Politiker und Experten zum Thema Pestizide. Junge Umweltschützer fühlen dabei ihren Volksvertretern auf den Zahn: Was tun sie eigentlich für die Bienen?

Fleißig wie die Bienen

Pestizide sind Gift für Bienen: Darauf machen junge Umweltschützer bei der Bienen-Aktionswoche aufmerksam. Mit Infoständen und Aktivitäten kämpfen sie für den Schutz der Insekten.

Junge Bienenretter

Verbietet gefährliche Pestizide! Das forderten mehr als 400 Greenteam-Kinder am Bienen-Aktionstag. Gemeinsam sammeln sie Unterschriften für eine ökologische Landwirtschaft.