
Der Tierpark Arche Warder, 80 Kilometer nördlich von Hamburg, ist kein Zoo oder Tierpark im herkömmlichen Sinne. Hier wird der Erhalt von alten Nutz- und Haustierrassen ganz groß geschrieben. Der Tierpark bietet auf 40 Hektar ein Zuhause für 130 verschiedene Tiererassen. Früher weit verbreitet zählen viele dieser Rassen heute weltweit weniger als 200 Tiere. Eine bedrohlich geringe Zahl.
Fachleute stufen eine Rasse als gefährdet ein, wenn die Gesamtanzahl der Tiere unter einem bestimmten Wert liegt - je nach Art zwischen 1500 und 7500. Die Arche Warder kämpft für den Erhalt gefährdeter Rassen. Sie will die wertvollen und alten Rassen nicht nur erhalten, sondern ebenso die Anzahl der Tiere erhöhen und die ökologische Landwirtschaft fördern. In der ersten Hälfte diesen Jahres haben die 1100 seltenen Tiere schon Besuch von mehr als 30.000 Menschen bekommen.
Aber zurück zu den Ferkeln: Elf der frisch geborenen Ferkel zählen zu den schwedischen Linderöd, neun von ihnen verstärken den Bestand der roten Mangalitza. Beide Rassen sind mit einer Anzahl von weltweit rund 500 Tieren stark bedroht.
Wer an diesem Samstag den Tierpark in Warder besucht, kann sich aber nicht nur die kleinen Ferkel anschauen. Die Besucher können Zeuge der Mutation von Harry Markus werden. "Hilfe aus mir wird ein Schwein!", spürt Harry eines Morgens beim Erwachen. Mit schonungslosem Mut zur Hässlichkeit und ohne ein Blatt vor den Mund beziehungsweise die Schnauze zu nehmen, überschreitet der Frankfurter Kabarettist Gregor Lawatsch alias Harry Markus die Artenschranke.
Unbezähmbarer Fresszwang lässt Harry die Kühlschränke plündern und Vorgärten umwühlen. Im Betrieb beginnt er die Rangordnung neu auszukämpfen, markiert sein Revier und will mit jeder Frau - sofern sie gut riecht - eine Rotte bilden. Sein Therapeut ist ratlos, die Gentechniker aber sind begeistert.
Lawatsch verteilt in dieser mit hintergründigem Humor und einem besonderen Gespür für das Groteske und Sarkastische ausgezeichneten Satire über zwei Stunden lang Rundumschläge gegen Gentechnologie, industrielle Massentierhaltung und Umweltzerstörung.
Die Vorstellung beginnt um 20:00 Uhr. Ort des Geschehens wird die Festwiese im Tierpark sein. Wenn das Wetter nicht mitspielt, findet die Veranstaltung im Haus der Natur statt. Eine Wegebeschreibung finden Sie auf den Internet-Seiten der Arche Warder.