
Die Landwirte sollen sich an der tatsächlichen Nachfrage nach Agrarprodukten am Markt orientieren. Zudem drohen den Landwirten erstmals Abzüge bis zu einem Viertel der Beihilfe, wenn sie gegen Tier-, Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen verstoßen.
Dazu erklärt Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting: Was heute in Luxemburg verabschiedet worden ist, ist lediglich ein Anfang und verdient noch nicht den Namen Reform. Mit dem Papier der EU-Agrarminister wird es so keine Trendwende in der Landwirtschaft geben. Viele positive Aspekte sind auf der Strecke geblieben.
Die im Sommer 2002 angekündigte Stärkung von Umwelt- und Tierschutz und des ländlichen Raumes sei radikal zusammengestrichen worden, so Hissting. So sollten ursprünglich 20 Prozent der jetzigen Subventionen in diesen Bereich fließen; übriggeblieben sind lediglich 5 Prozent.
Mit der heutigen Entscheidung erhalten die einzelnen EU-Länder mehr Spielraum für ihre Agrarpolitik
, sagt Hissting weiter. Diese Freiheit müsse Landwirtschaftsministerin Renate Künast jetzt nutzen, um die Landwirtschaft in Deutschland stärker ökologisch auszurichten. Finanzhilfen müssen dafür an strenge Tier- und Umweltschutzauflagen gebunden werden. Nur so kann Künast ihr selbst gestecktes Ziel der Agrarwende in Deutschland noch verwirklichen.