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Greenpeace: Kein Gen-Raps nach Europa!

Am Montag werden die EU-Umweltminister in Brüssel über die Zulassung von genmanipulierten Rapssamen entscheiden. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich im Umweltministerrat gegen den Import auszusprechen. Der spritzmittelresistente Gen-Raps GT73 der Firma Monsato hat in Tierversuchen gesundheitliche Auffälligkeiten bis zu Lebervergrößerungen verursacht. Der importierte Raps soll für die Weiterverarbeitung zu Ölprodukten und Tierfutter nach Europa eingeführt werden.

Monsanto missachtet wesentliche Sicherheitsstandards, um seine Produkte möglichst schnell auf den Markt zu bringen, sagt Gentechnikexperte Christoph Then von Greenpeace. Die vorliegenden Untersuchungen sind unzureichend, der Gen-Raps kann nicht als sicher angesehen werden. Deutschland muss dagegen votieren. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA (European Food Safety Authority) hat die Gen-Saaten trotz der Besorgnis erregenden Ergebnisse für unbedenklich erklärt.

Während sich die meisten EU-Mitgliedsstaaten bereits im Juni gegen eine Zulassung von GT73 ausgesprochen hatten, enthielten sich die deutsche Bundesregierung und vier weitere Staaten der Stimme. Dadurch wurde die notwendige qualifizierte Mehrheit gegen den Import verfehlt. Sollte sich dieses Ergebnis bei der Abstimmung am 20. Dezember wiederholen, könnte die EU-Kommission den Gen-Raps gegen den Willen der meisten EU-Länder zulassen. (ang)

Ausführliche Informationen finden Sie in unserem PDF "Greenpeace critique of Monsanto’s Roundup Ready Oilseed Rape, GT731" (in englischer Sprache)

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