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1-2-3 – gentechnikfrei?

Kein Gen-Futter bei der Fleischproduktion – das fordern Greenpeace-Aktivisten heute gemeinsam mit Kunden vor McDonald‘s-Filialen in 44 Städten.

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13 Jahre lang hat McDonald's in Deutschland kein Hähnchenfleisch verkauft, das mit gentechnisch manipuliertem Futter produziert wurde. Seit diesem Jahr ist das anders. Die Hähnchen, die in den Produkten der Fast-Food-Kette enden, werden wieder mit Gen-Futter gemästet. Das wollen 79 Prozent der Deutschen nicht, zeigt eine Forsa-Umfrage. 

Protest mit Stinkefinger

Hinzu kommt, dass Verbraucher über die Verwendung von Gentechnik in McDonald's-Produkten im Unklaren gelassen werden. „Die Aktivisten wollen mit ihrer Aktion deutlich machen, was McDonald's den Kunden verschweigt“, sagt Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Stephanie Töwe. „Die Verbraucher können nicht erkennen, dass Gentechnik zum Einsatz kam. Vorherige Aktionen zeigen: Oft wissen nicht einmal die Mitarbeiter oder Filialleiter, wie die Nuggets und Burger produziert werden. Dabei wirbt McDonald's aktuell sogar mit Transparenz.“

Die Greenpeace-Aktivisten haben sich mit Plakaten, die die Gewinner-Motive des Greenpeace-Wettbewerbs zur #McGen-Kampagne zeigen, vor den Filialen eingefunden.  Eines der Motive: Eine Hühnerkralle, die McDonald's den ausgestreckten Mittelfinger zeigt. Die Kunden der Burgerkette können sich vor Ort mit verschiedenen Motiven gegen den Einsatz von Gen-Futter fotografieren lassen und sich mit einem direkten Signal an den Konzern richten.

Unnötige Technik mit gravierenden Folgen

Die Risiken, die mit dem Anbau von genmanipulierten Pflanzen verbunden sind, sind McDonald's bekannt. Dennoch nimmt der Konzern die Folgen in Kauf: Vor allem den besonders hohen Pestizideinsatz, der bereits vielerorts zu resistentem Unkraut führt und die Artenvielfalt bedroht. Anwohner in den Anbaugebieten sind den Giften häufig schutzlos ausgesetzt. 

McDonald's kauft mit Gen-Soja produziertes Fleisch aus wirtschaftlichen Gründen, dabei würde ein Chickenburger ohne Gentechnik die Kunden nur einen Cent mehr kosten. „McDonald's Deutschland könnte ohne große Probleme auf Gentechnik verzichten“, sagt Töwe. „Das wäre ein erster Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Produktion. Doch der Konzern setzt auf Billigfleisch. Damit ist die Fast-Food-Kette verantwortlich für den massiven Einsatz von Gen-Futter und Antibiotika in der Tierhaltung sowie für miserable Haltungsbedingungen.“ Die Zukunft muss stattdessen in ökologischer und nachhaltiger Landwirtschaft sowie artgerechter Tierhaltung liegen.

Auch Sie können McDonald's aufrufen, Tierfutter ohne gentechnisch manipulierte Pflanzen zu verwenden: Hier geht es zur Petition.

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