Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit Klimaschutz und CO2-Einsparung, muss ein Tempolimit auf Autobahnen jetzt kommen
, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Wolfgang Lohbeck. Keine andere Maßnahme bewirkt bei so geringen Kosten so viel beim Klimaschutz.
In der aktuellen Diskussion wird bisher der indirekte Effekt eines Tempolimits vernachlässigt. Ein Tempolimit wäre für die Autoindustrie weltweit ein Signal. Erst dann würden die Autohersteller ihre Modelle auf niedrigere Geschwindigkeiten auslegen und leichtere und spritsparendere Motoren einbauen. Auch kann erst dann die Sicherheit der Insassen mit geringerem Aufwand und Fahrzeuggewicht sichergestellt werden. Dieses Downsizing der Fahrzeuge würde nach Berechnungen des Wuppertal Instituts die CO2-Emissionen von PKW um 20 bis 30 Prozent weltweit vermindern. Der Einspareffekt daraus beläuft sich auf bis zu 400 Millionen Tonnen CO2 jährlich.
Auch nach den Regeln des Völkerrechts ist ein Tempolimit in Deutschland überfällig. Jeder Staat darf zwar innerhalb seines Territoriums selbstständig agieren, andere Staaten dürfen jedoch dadurch nicht beeinträchtigt werden. Genau das geschieht aber mit dem CO2-Ausstoß durch die Raserei in Deutschland. Dies gilt besonders, da ein Tempolimit unproblematisch umzusetzen wäre. Alle anderen europäischen Länder haben längst Geschwindigkeitsbeschränkungen. Greenpeace wird mit dem Aufstellen der Tempolimitschilder daher in Geschäftsführung ohne Auftrag
für die bisher untätige Bundesregierung aktiv.
Auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland wird rund ein Drittel aller PKW-Kilometer gefahren. Zwei Drittel der Strecken haben nach Angaben der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Unumstritten ist, dass der direkte Effekt von Tempo 120 auf Autobahnen nicht nur eine Einsparung von etwa drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr bringen würde. Zusätzlich würde die Verkehrssicherheit verbessert. Die Zahl der Toten und Verletzten würde genauso sinken wie die Zahl der Verkehrsstaus.