Presseerklärung

Umweltschützer fordern mehr Klimaschutz von Angela Merkel und den über 40 Umweltministern

Greenpeace-Kletterer demonstrieren bei Klimaverhandlungen in Berlin

Berlin, 03.07.2011 - Kurz vor Beginn der zweitägigen Klimakonferenz in Berlin haben Greenpeace-Aktivisten ein Banner an der Akademie der Künste direkt neben dem Tagungsgebäude befestigt. "Take Leadership to save the Climate! Yes, YOU can!" ist auf dem circa fünf mal fünf Meter großen Transparent am Pariser Platz zu lesen. Die Aktivisten fordern Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die über 40 Umweltminister zu mehr Verantwortung bei den anstehenden Klimaverhandlungen auf. Heute und morgen findet in Berlin der zweite Petersberger Klimadialog statt. Auf dem Treffen sollen Wege gefunden werden, wie Industrie- und Schwellenländer die dramatisch angestiegenen Treibhausgase bis Ende des Jahrzehnts deutlich mindern können. Es dient als Vorbereitung zur Weltklimakonferenz in Durban, Südafrika, im Dezember dieses Jahres.
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Auf nationaler Ebene hat Merkel mit dem beschleunigten Atomausstieg und der Energiewende Mut bewiesen. Jetzt ist ihr diplomatisches Geschick gefragt, um auch die UN Klima-Verhandlungen gemeinsam mit andern Staats- und Regierungschefs zum Erfolg zu führen, sagt Martin Kaiser, Leiter Internationaler Klimapolitik bei Greenpeace. Erst letzte Woche betonte die Kanzlerin, dass die Frage des Klimaschutzes eine sei, für die man sich mehr einsetzen und kämpfen müsse und die sich noch nicht im allerbesten Zustand befinde.

Einigung in Europa wäre der erste Schritt Richtung Klimaschutz

Der EU Umweltrat war erst letzte Woche daran gescheitert, sich auf ein Minderungsziel von 30 Prozent bis 2020 für Europa zu einigen. Das bisherige Ziel von 20 Prozent entspricht bei weitem nicht mehr den Vorgaben des Weltklimarats. Auch große Teile der Wirtschaft sind unzufrieden. Mehr als hundert europäische Unternehmen sehen eine große Chance in einer klimafreundlichen Green Economy und fordern ein 30-prozentiges Klimaschutzziel. Für Europa wäre es ein Motor für Innovation, Arbeitsplätze und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, so Kaiser.

Gemeinsam mit den Schwellenländern China, Indien und Brasilien könnte die EU in Durban mit ehrgeizigeren Klimaschutzzielen eine neue, positive Dynamik einleiten. Die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls ab 2013 müsste dazu zweierlei rechtsverbindlich absichern: Die Minderungen der Industrieländer sowie die Zusagen der großen Atmosphärenverschmutzer wie China und Indien. Denn noch immer weigern sich die USA, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren und stellen sich gegen ein rechtsverbindliches Abkommen.

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