
Mit seiner Forderung macht sich Wirtschaftsminister Glos erneut zum Lakaien der Stromkonzerne. Denn die großen Energieversorger setzen, ungeachtet der fortschreitenden globalen Erwärmung, weiter auf die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Skandalös ist, dass der Wirtschaftsminister fordert, dies staatlich auch noch hoch zu subventionieren.
Mehr als peinlich für Glos ist auch, dass er seine Warnung vor einer drohenden Stromlücke selbst als reine Panikmache entlarvt hat. Nach dem von ihm vor wenigen Tagen vorgestellten Gutachten der Bundesregierung ist die Stromversorgung in Deutschland in den nächsten Jahren keineswegs gefährdet. Schon jetzt sind Kraftwerke mit einer Kapazität von 11.000 Megawatt im Bau oder kurz davor.
Der Bau von weiteren zehn bis fünfzehn Kohlekraftwerken, wie bisher geplant, ist daher überflüssig. Ihre Leistung würde das notwendige Niveau zur Versorgungssicherheit um mehr als 10.000 Megawatt übertreffen. Damit würden die Klimaschutzziele der Bundesregierung zum unerfüllbaren Versprechen.