
Selbst das modernste Braunkohlekraftwerk ist eine Dreckschleuder, denn es stößt im Vergleich zu Gaskraftwerken mehr als doppelt so viel CO2 aus – statt 370 Gramm CO2 pro Kilowattstunde bei modernen Gaskraftwerken, emittieren Braunkohlekraftwerke mehr als 900 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Alte Braunkohlemeiler emittieren sogar weit über 1.000 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Deshalb ist klar: Braunkohle ist Gift für das Klima.
Die Verstromung von Braunkohle bringt auch noch andere Probleme mit sich. Für den Abbau wird großflächig das Grundwasser abgesenkt, Menschen werden aus ihren Dörfern vertrieben, und der Feinstaub belastet die Lungen der Menschen.
Um es klar zu sagen: Nein, der Neubau von Braunkohlekraftwerken ist unserem Klimasystem nicht mehr zuzumuten. In den nächsten zehn Jahren wird der Großteil des Kraftwerkparks in Deutschland wegen Überalterung vom Netz genommen. Die Kraftwerke haben dann nach 35 bis 40 Jahren das Ende ihrer Laufzeit erreicht. Diese 40.000 Megawatt Kraftwerksleistung müssen ersetzt werden. Da neue Kraftwerke wiederum eine durchschnittliche Laufzeit von circa 40 Jahren haben, werden mit den Investitionsentscheidungen für neue Kraftwerke heute, das heißt in den nächsten Jahren, die Weichen für die Energieversorgung bis zur Mitte des Jahrhunderts gestellt.
Braunkohle ist bereits jetzt ein veralteter, uneffizienter Energieträger. Braunkohlekraftwerke erreichen auch mit modernster Technik nur einen Wirkungsgrad von 43 Prozent, das heißt 57 Prozent der Energie gehen ungenutzt durch den Schornstein verloren. Demgegenüber weisen Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung einen Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent auf. Die Energieversorgung der Zukunft muss Energie wirkungsvoller ausnutzen und daher auf effizienten Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplungs-Technik (Erzeugung von Strom und Wärme) und Erneuerbaren Energien aufbauen.

Die Energiewirtschaft muss umdenken. Das Denken in den alten Energieversorgungs- und Großkraftwerksstrukturen führt uns in die Klimakatastrophe. Investitionen in neue Braunkohlekraftwerke, wie sie RWE z.B. in Neurath, Nordrhein-Westfalen, und Vattenfall in Boxberg, Sachsen, planen, sind gefährlich und absolut nicht mehr zeitgemäß. Auch die Energiewirtschaft muss sich den Herausforderungen durch den Klimawandel stellen, alte Braunkohlekraftwerke nach Ablauf ihrer Lebensdauer vom Netz nehmen und in großem Stil in Erneuerbare Energien wie Erdwärme und Offshorewind-Anlagen und in Stromspeichertechnologien investieren. Der Aufbruch in eine klimafreundliche Energieversorgung muss jetzt beginnen. Klimakiller wie Braunkohlekraftwerke haben in unserer Zukunft keinen Platz mehr.