
Seit die Konvention in Kraft ist, treffen sich die Vertragsstaaten jährlich im Dezember zu UN-Klimakonferenzen, um konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz zu erarbeiten. Der bekannteste dieser „Weltklimagipfel“ fand 1997 im japanischen Kyoto statt, aus ihm ging das Kyoto-Protokoll hervor. Es trat 2005 in Kraft. Das Kyoto-Protokoll verpflichtet 37 Industrieländer und die Europäische Gemeinschaft, ihre Treibhausgasemissionen von 2008 bis 2012 um jährlich 5,2 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Die Rolle der Industrieländer als Hauptverursacher des Klimawandels wird damit ausdrücklich anerkannt.
Nach dem Motto, egal wo die Treibhausgase eingespart werden – Hauptsache sie verschwinden vom Planeten, gibt das Kyoto-Protokoll den Industriestaaten drei Instrumente an die Hand: den weltweiten Emissionshandel (Emissions Trading), die gemeinsame Umsetzung mit einem anderen Industrieland (Joint Implementation) und zusätzliche Einsparungen durch Klimaprojekte in einem Entwicklungsland (Clean Development Mechanism). Speziell für die EU wird die Lastenteilung zugelassen (Burden Sharing): eine Gruppe von Ländern setzt sich ein gemeinsames Ziel. Innerhalb der Gruppe heißt das: Wer mehr kann, muss mehr, wer weniger kann, darf weniger reduzieren.
Seit 2008 arbeiten die Länder an einem Nachfolgeprotokoll für die Jahre ab 2013. Darin sollen auch die Schwellenländer in die Pflicht genommen werden. In Durban schlossen die Vertragsstaaten 2011 einen Kompromiss: Das Kyoto-Protokoll wird fünf bis acht Jahre weitergeführt, China, Brasilien, Südafrika und Indien erklären sich bereit, verbindliche Ziele zu akzeptieren und umzusetzen. Ungeklärt ist, um wie viel die großen Staaten ihre CO2-Emissionen in den kommenden Jahren reduzieren wollen. Und anders als von der EU angestrebt, wird das künftige globale Klimaabkommen, das bis 2015 ausgehandelt und ab 2020 in Kraft sein soll, kaum rechtlich bindend sein. Der Klimawandel ist schneller als die Politik.
Die eigentliche Lobby des Klimas sind neben den Klimaforschern Umweltorganisationen wie Greenpeace. Begonnen hat die Greenpeace-Klimakampagne bereits in den 1990er Jahren: Die Solarkampagne zielte darauf, der Photovoltaik zum Durchbruch zu verhelfen, Greenpeace-Studien zeigen die Potenziale von Windparks und Offshore-Anlagen auf. 1999 gründete Greenpeace eine eigene Genossenschaft: Greenpeace Energy e. G. liefert deutschlandweit saubere Energie – ohne Atom- und Kohlekraft – und versorgt heute fast 100.000 Haushalte und Gewerbekunden.
Seit einigen Jahren engagiert Greenpeace sich vor allem gegen die Kohle, das Lieblingskind der großen Energiekonzerne. Greenpeace nimmt aber auch als Beobachter und Klima-Lobbyist an internationalen Klimakonferenzen teil und bringt Fachexpertise direkt ein, zum Beispiel in Arbeitsgruppen des IPCC, des globalen Rats für Klimafragen.
Wissenschaftlich unumstritten ist, dass sich das Klima durch menschliche Aktivitäten erwärmt. Es gibt aber noch zahlreiche Lücken im komplexen Bereich der Klimaforschung. Greenpeace hilft gezielt, einige dieser Lücken zu schließen. Nirgendwo schreitet die Erwärmung schneller voran als am Nordpol. Die Durchschnittstemperaturen sind dort in den letzten 100 Jahren fast doppelt so schnell gestiegen wie im globalen Mittel. In den Jahren 2009 und 2010 unternahm Greenpeace, zusammen mit Klimaforschern der Universität von Maine, der Woods Hole Oceanographic Institution (beide USA)und der Universität Cambridge in England, Expeditionen in die Arktis. Auf beiden Fahrten wurden auch die Einflüsse des Klimawandels untersucht, zum Beispiel die Versauerung der Ozeane und das Abschmelzen der Eismassen Grönlands und des Meereises. Die Daten stehen öffentlich zur Verfügung.
Jeder Einzelne von uns kann zum Klimaschutz beitragen. Dies gilt vor allem für die Menschen in den Industriestaaten. Durchschnittlich etwa zehn Tonnen CO2 verursacht ein Bundesbürger im Jahr. Davon entfallen mehrere Tonnen auf den privaten Konsum, unter anderem durch den Kauf und Verbrauch von Möbeln, Textilien oder Elektroartikeln. Ein Großteil der CO2-Emissionen fällt dabei schon bei der zumeist energieintensiven Produktion an. Flugreisen, aber auch Autos, die immer noch zu viel Benzin verbrauchen, heizen das Klima auf. Hinzu kommt übermäßiger Fleischkonsum: Für die Produktion des Fleisches wird viel Energie eingesetzt. Wer weniger oder gar kein Fleisch isst, tut darum gleichzeitig etwas für den Klimaschutz.