
Man muss außerdem unterscheiden zwischen der Ozonschicht, die die Lebewesen auf der Erde vor der energiereichen UV-Strahlung des Sonnenlichts schützt, und dem bodennahen Ozon, das durch Emissionen vom Auto-Verkehr und Industrie in Ballungsräumen und Industrie-Revieren entsteht und den Treibhauseffekt verstärkt. Ozon ist eine Form des Sauerstoffs aus dreiatomigen Molekülen (O3). Es bildet sich durch den Einfluss von ultravioletter Strahlung und elektrischen Entladungen aus Sauerstoff, es riecht kräftig und reizt die Atmungsorgane und die Augen. Man kann es zum Beispiel in kleinen Räumen, in denen mehrere Kopierer stehen, eindeutig wahrnehmen.
Seit ungefähr dreißig Jahren verringert sich die Ozonkonzentration der schützenden Ozonschicht in der Stratosphäre (so wird der Teil der Atmosphäre bezeichnet, der sich an die erdnächste Atmosphärenschicht Troposphäre anschließt) vor allem über der Antarktis, Australien und Neuseeland. Die verminderte Ozonkonzentration in der Ozonschicht nennt man Ozonloch. 1993 wurde erstmals auch über dem Nordpol eine Verdünnung der Ozonschicht nachgewiesen.
Die Zerstörung der Ozonschicht wird durch Gase, allen voran die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), verursacht, die vor allem als Kühlmittel eingesetzt wurden. FCKW sind organische Verbindungen, in denen Wasserstoffatome durch Fluor- und Chloratome ersetzt sind. Die die Ozonschicht schädigenden Gase reagieren in der Stratosphäre mit dem dort vorhandenen Ozon. Dieses wird aufgespalten, es entstehen verschiedene chemische Verbindungen und die Menge des Ozons in der Stratosphäre nimmt ab. Ein einzelnes Chloratom kann bis zu 100.000 Ozonmoleküle zerstören.

Die Ozonschicht hat für uns eine wichtige Schutzfunktion. Seit sie durchlöchert ist, steigen in den betroffenen Regionen die Hautkrebsraten. In der prallen Sonne kann man sich in Australien und Neuseeland ohne Gesundheitsrisiken in den Sommermonaten nur noch mit Sonnenhut, langen Hosen oder Röcken, langärmeligen T-Shirts und höchst wirksamem Sonnenschutz mit UV-Blockern aufhalten.
Die Entdeckung des Ozonlochs in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von der aufkommenden Umweltbewegung thematisiert und hat Mitte der neunziger Jahre zu einem EU-weiten Verbot der ozonschicht-schädigenden FCKWs geführt. Kühlmittel und Treibmittel für Spraydosen müssen seitdem durch weniger schädliche Stoffe ersetzt werden.
Greenpeace kämpfte seit den 80er Jahren für ein Verbot der Klima- und Ozonschicht zerstörenden FCKW. Um allen Verbrauchern eine umweltfreundliche Kühlschrank-Alternative anzubieten, entwickelte Greenpeace gemeinsam mit der sächsischen Firma dkk Scharfenstein (später Foron) den ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschrank der Welt, den Greenfreeze. Seit 1992 hat der Greenfreeze einen internationalen Siegeszug angetreten. Nachdem die deutschen Kühlgeräte-Hersteller ihre anfängliche Verweigerungshaltung aufgegeben haben, ist der Greenfreeze auch auf Zukunftsmärkten wie China auf dem Vormarsch. In der größten chinesischen Kühlschrankfabrik Kelon läuft er inzwischen vom Band. Eine coole Idee setzt sich durch!