Ganz in der Nähe unseres Ankerplatzes, auf der Clavering Insel, traf die Schlittentruppe auf eine dieser deutschen Gruppen. Bei diesem Zusammenstoss fiel das einzige Grönländische Opfer des Krieges, während sein Kollege, Ib Poulsen, fliehen konnte. Nur mit leichter Bekleidung, ohne Verpflegung und nur mit einer Jagdwaffe ging er zu Fuss die etwa 300 Kilometer bis nach Ittoqqorotoormiit, und schlug Alarm. Grönländische Heldenstories.
Zur Zeit des kalten Krieges hatte die Sirius vor allem die Aufgabe, die Küste vor Invasionen zu schützen, heutzutage jedoch hat die Sirius weniger militärische als Polizeifunktion, und obwohl sie formal noch die Küste im Norden Grönlands bewacht, ist die Gefahr einer Invasion und Spionen als eher gering einzuschätzen.
Während wir bei Zackenberg vor Anker lagen, kam Jesper, einer der Hundeschlittenführer, an Bord und wir fragten ihn über seinen Job aus. Er erzählte uns, dass die Patrouillen in Zweierteams arbeiten. Jedes der sechs Teams hat zwölf bis 14 Hunde vor seinem Schlitten, mit denen sie im Winter etwa 4000 Kilometer absolvieren.
Die zwölf Männer sind für zwei Jahre hier im Norden stationiert, und patrouillieren die Küste im Sommer mit Booten und im Winter mit Hundeschlitten. Der Nationalpark hat eine Ausdehnung von etwa 160.000 Quadratkilometer (wie viel ist das?? Finde passenden Vergleich in Deutschland das ist warscheinlich ein drittel Deutschlands oder knapp die Hälfte?) und erstreckt sich vom König Oskar Fjord im Norden von Ittoqqortoormiit, entlang der ostküste, und dann im Norden bis hin zum Petermann Gletscher.
Jesper berichtete uns, dass sich seit etwa zehn Jahren auf der südlichen Route in Richtung Ittoqqoortoormiit die Unfälle häuften. Die Schlitten brachen durch dünnes Eis und die Streckenführung, die seit 40 Jahren kaum variierte, musste den neuen Eisverhältnissen angepasst werden. Aber das Eis blieb zu dünn um die Schlitten zu tragen, so dass vor acht Jahren die Order kam, vor Dezember in Richtung Süden diese Route zu meiden.
Auf einer Länge von 300 Seemeilen, etwa 600 Kilometern, zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels. Jetzt ist der früheste Zeitpunkt für die südliche Strecke Dezember anstelle von November. Diese Verschiebung um einen Monat ist eine deutlich spürbare Veränderung durch die gestiegenen Temperaturen. Diese Geschichte erinnert an die Berichte der Jäger aus Ittoqqoortoormiit, die auch auf das Eis als Transportweg angewiesen sind und Einschränkungen erfahren. (Autorin: Martina Krüger)