
An jenem Tag explodierte im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl einer der Reaktoren und setzte eine gewaltige radioaktive Wolke frei. Die radioaktive Wolke kannte keine Grenzen. Millionen Menschen waren von der freigesetzten Radioaktivität betroffen. Unter den Folgen leiden die Menschen noch heute. Hunderttausende Menschen leben immer noch in Gebieten, die nach offiziellen Kriterien wegen starker radioaktiver Kontamination unbewohnbar sind. Ein Unfall wie der in Tschernobyl kann jederzeit in jedem Land der Welt geschehen, das Atomkraftwerke betreibt.
Je älter ein Reaktor ist, desto anfälliger ist er für Störungen, beispielsweise durch Materialermüdung. Mit der Anzahl der Atomkraftwerke steigt die Gefahr eines Super-GAUs. Gegen einen solchen katastrophalen Unfall sind die Betreiber nicht ausreichend versichert. Die Bevölkerung trägt nicht nur das radioaktive, sondern auch das finanzielle Risiko. Hinzu kommt die Gefahr durch terroristische Angriffe. Von den 17 Atommeilern in Deutschland ist kein einziger gegen den Absturz eines Jumbojets geschützt.
Weltweit existiert bisher kein sicheres Endlager für radioaktive Abfälle. Der in Deutschland favorisierte Salzstock Gorleben ist geologisch ungeeignet, da er Kontakt zum Grundwasser hat. Selbst wenn eine bessere Gesteins-Formation in der Bundesrepublik gefunden werden sollte: Niemand weiß, ob es gelingen kann, den strahlenden Müll für Hunderttausende von Jahren von der Umwelt abzuschirmen.
Wer Atombomben bauen will, braucht dafür einen Stoff, den nur Atomkraftwerke liefern: Plutonium. Je mehr Atomkraftwerke es weltweit gibt, desto mehr Plutonium entsteht – und desto leichter wird es für Länder oder Organisationen, sich diesen Grundstoff für Atombomben zu besorgen. Dasselbe gilt für atomtechnisches Know-How, das durch die Förderung der zivilen Atomkraft in die falschen Hände geraten kann.
Atomreaktoren arbeiten nicht mit Erneuerbaren Energien – sie sind auf den Rohstoff Uran angewiesen. Dessen Vorkommen auf der Erde ist aber begrenzt. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEO schätzt, dass die Uran-Vorräte bei heutigen Marktbedingungen und Förderraten nur noch 50 bis 65 Jahre reichen.
Alle diese Fakten sind auch den Betreibern von Atomkraftwerken bekannt. Es liegt daher auf der Hand, dass RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW den Klimaschutz nur als Vorwand nutzen, um mit Atomkraft weiter Geld verdienen zu können. Besonders unglaubwürdig sind in diesem Zusammenhang RWE und Vattenfall. Sie betreiben nämlich zugleich extrem klimaschädliche Braunkohlekraftwerke und planen sogar noch Neubauten.