
Fast die Hälfte des an Land gebundenen Kohlenstoffs ist in den letzen Urwäldern der Erde gespeichert. Durch Abholzung und Brandrodung der Wälder werden ein Fünftel der Treibhausgase ausgestoßen. Das ist mehr als durch den Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr zusammen. Obwohl Urwälder nur sechs Prozent der Erdoberfläche einnehmen, beheimaten sie zwei Drittel aller an Land lebenden Pflanzen und Tiere. Sie sind Lebensgrundlage indigener Völker, die dort Wasser, Nahrung und Heilmittel finden. Um die Erderwärmung zu bremsen, müssen Urwälder unter Schutz gestellt werden.
Der Druck auf die Urwälder wächst rasant, hauptsächlich verurschat durch den steigenden Konsum in den Industrieländern. Zuerst werden die Edelhölzer eingeschlagen, dann Bäume für die Papier- und Zellstoffgewinnung abgeholzt. Schließlich wird der restliche Wald abgebrannt, um dann Viehweiden, Sojaplantagen, Ölpalmplantagen sowie Papier- und Holzplantagen anzulegen. Holzarten wie Teak und Eukalyptus werden in Indonesien und Brasilien in Plantagen angepflanzt, um sie zum Beispiel zu Gartenmöbeln zu verarbeiten.
Um die letzten Urwälder zu schützen, muss man aber nicht auf Gartenmöbel aus Hartholz verzichten, denn es gibt auch urwaldfreundliche Produkte. Eine Möglichkeit sind Möbel aus nichttropischen Hölzern wie Eiche oder Robinie, die sehr wetterfest sind. Außerdem bieten viele Händler inzwischen Gartenmöbel an, die das Siegel des Forest Stewardship Councils (FSC) tragen. Möbel mit dem FSC-Siegel sind empfehlenswert, da ihr Holz garantiert aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern oder Plantagen stammt.
Der Forest Stewardship Council ist eine von allen großen Umweltverbänden anerkannte Organisation, die weltweit ökologisch verträgliche und sozial gerechte Waldwirtschaft zertifiziert. Bei Produkten mit dem FSC-Siegel sind Verbraucher sicher, dass dafür keine Urwälder zerstört wurden. Viele große Baumärkte haben nach Auseinandersetzungen mit Greenpeace ihr Sortiment auf FSC-Ware umgestellt.
Leider findet man auf dem Gartenmöbelmarkt auch zahlreiche unseriöse Holzsiegel. Diese Siegel und auch die Aufschrift aus staatlichen Plantagen
sollen vortäuschen, dass das Holz ohne Urwaldzerstörung gewonnen wurde. Dem
Verbraucher wird kontrollierte und nachhaltige Ware suggeriert.
Tropenholz-Plantagen sind problematisch, weil häufig wertvoller Urwald gerodet wird, um für sie Platz zu schaffen. Plantagen können Wälder nicht ersetzen, da sie nur für wenige Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Außerdem können sie die wichtige Rolle des Urwaldes für Klima und Wasserkreislauf nicht erfüllen.
Die Monokulturen der Plantagen werden in der Regel intensiv mit Düngern und Pestiziden behandelt. Die Plantagenarbeiter sind diesen Giftstoffen häufig ungeschützt ausgesetzt und werden oft sehr schlecht bezahlt. Plantagenholz ist nur dann unbedenklich, wenn es das FSC-Siegel trägt, das ökologische und soziale Standards garantiert.
Sitzbänke, Gartenstühle und Terrassentische sind oft aus Teak, Akazie oder Eukalyptus. Dieses Holz wird zum Beispiel in Indonesien und Brasilien auf Plantagen angebaut, für die vorher Urwald gerodet wurde. In Deutschland erhältliche Gartenmöbel stammen vor allem aus Südostasien. Im Jahr 2007 importierte Deutschland Holzmöbel im Wert von 90 Millionen Euro aus Vietnam, im Wert von 65 Millionen Euro aus Indonesien und für 29 Millionen Euro aus Brasilien. Durch die Zerstörung ihrer Urwälder sind Indonesien und Brasilien bereits die dritt- und viertgrößten Erzeuger von Treibhausgasen nach den USA und China.
Mit den Urwäldern werden unzählige Tier- und Pflanzenarten der indonesischen Inselwelt ausgerottet. Die bekanntesten Arten sind der Königstiger und das Nashorn auf Sumatra sowie der Orang-Utan auf Nordsumatra und Borneo. Die Zahl dieser Menschenaffen ist in den letzten Jahren um die Hälfte gesunken. Wenn die Urwaldzerstörung nicht sofort aufhört, wird es schon in wenigen Jahren keine frei lebenden Orang-Utans mehr geben.
Greenpeace fordert:
Was können Verbraucher tun?