Braunkohle-Volksbegehren in Brandenburg abgeschlossen

Das Volksbegehren gegen neue Tagebaue in Brandenburg ist seit dem 09. Februar zu Ende. Mehr als 25.000 Menschen haben daran teilgenommen. Doch 80 000 Unterschriften wären notwendig gewesen. Somit ist das Vorhaben gescheitert, auf diesem Weg einen mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung einzuleiten.
Doch daraus die Schlussfolgerung abzuleiten, dass die Bevölkerung sich mit der Braunkohle in Brandenburg abgefunden hat, ist falsch. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, die Greenpeace während des Volksbegehrens in Auftrag gegeben hat, belegt: Die Brandenburger finden Klimaschutz wichtig. Und 70 Prozent der Befragten hätten am Volksbegehren teilgenommen bei vereinfachten Teilnahmebedingungen.
Damit zeigt sich, dass die Tage des Klimakillers Braunkohle in Brandenburg gezählt sind. Vattenfall und die brandenburgische Landesregierung scheinen zwar über die spürbaren Folgen des Klimawandels hinwegzusehen und setzen uneinsichtig weiterhin auf den klimaschädlichsten Brennstoff. Greenpeace wird aber nicht locker lassen, eine Energiewende voranzubringen, die auf Effizienz und erneuerbare Energien setzt. Denn nur so besteht die Chance, den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken und den zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu erhalten.
Was kann jeder Einzelne von uns tun? Zeigen Sie Vattenfall die rote Karte und kündigen Sie ihren Stromvertrag. Wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter, wie z.B. Greenpeace Energy. Damit setzen Sie sich für eine saubere, klimafreundliche Stromversorgung ein. Je mehr Menschen diesen Schritt tun, desto schneller wird auch Vattenfall verstehen, dass eine klimaschädigende Energiepolitik in diesem Land keine Mehrheit mehr hat.
Nachrichten
10.12.2008
25 Greenpeace-Aktivisten demonstrierten heute im Braunkohletagebau Jänschwalde gegen die weitere Nutzung des klimafeindlichen Energieträgers. Sie rollten ein 35 mal 15 Meter großes Banner mit der Aufschrift Stop direkt vor den Schaufeln des Abraumbaggers aus. Mehrere Aktivisten stellten sich vor die Maschine und präsentierten weitere Protestbanner. Mit ihrer Aktion unterstützten die Greenpeace-Aktivisten das Volksbegehren gegen neue Braunkohletagebaue in Brandenburg.
04.11.2008
Mit einer Ausstellung und Informationsmaterial touren Aktivisten des Team50Plus von Greenpeace durch Brandenburg. Damit unterstützen sie das Volksbegehren gegen weiteren Braunkohletagebau in der Lausitz. Sie fordern: Keine neuen Tagebaue - für eine zukünftige Energiepolitik
.
09.02.2009
In Brandenburg soll der Abbau der klimaschädlichen Braunkohle ausgeweitet werden. Dagegen wurde eine Volksabstimmung ins Leben gerufen. Zwar haben sich nur etwa 20 Prozent der Brandenburger daran beteiligt. An fehlendem Klimabewusstsein lag das aber nicht: Bis zu 70 Prozent hätten abgestimmt, wären die Teilnahmebedingungen einfacher gewesen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von Greenpeace.
Hintergrund-Wissen
In Brandenburg hat jede/r Bürger/in das Recht, im Rahmen einer Volksinitiative einen Gesetzentwurf in den Landtag einzubringen. Voraussetzung ist, dass die Initiative von mindestens 20.000 Einwohnern unterzeichnet wurde. Dieses Recht hat die Volksinitiative Keine neuen Tagebaue - für eine zukunftsfähige Energiepolitik in Anspruch genommen.
Bei der Verbrennung von Braunkohle wird mehr Kohlendioxid pro erzeugter Kilowattstunde Strom ausgestoßen als bei jedem anderen Energieträger. Denn aufgrund seines hohen Wasseranteils hat Braunkohle einen geringeren Brennwert als Öl, Gas und Steinkohle. So kommt es, dass auch moderne Braunkohlekraftwerke immer noch fast dreimal so viel des Treibhausgases ausstoßen wie Gaskraftwerke.
Braunkohletagebau, das bedeutet: zerstörte Landschaft, zerstörte Umwelt, zerstörtes Zuhause. Die Fotos in dieser Bildergalerie belegen das. Für viele Menschen in der Lausitz ist dieser Anblick tägliche Realität.