
Die Karibik und der Süden der USA werden von immer heftigeren Wirbelstürmen bedroht. Denn mit der Erderwärmung steigt die Meerestemperatur und die Verdunstung über den Ozeanen. Dadurch bilden sich stärkere Hurrikane. Hurrikane sind tropische Wirbelstürme - sehr starke, kreisförmige Tiefdrucksysteme, die sich vor allem zwischen dem 5. und dem 25. Grad nördlicher und südlicher Breite bei einer Wassertemperatur von mehr als 27 Grad Celsius über dem Meer entwickeln. Um einen zentralen Kern mit extrem tiefem Luftdruck, dem Auge des Hurrikans, kreist die Luft und steigt sehr schnell empor, es bildet sich ein spiralförmiger Wirbel, der durch die großen Energiemengen, die mit der raschen Kondensation der aufsteigenden Luft frei werden, aufrecht erhalten wird. Wenn diese riesigen, wirbelnden Energiemassen auf das Festland treffen, fehlt ihnen der Nachschub an feuchter Luft, und der Wirbelsturm verliert seine Energiegrundlage. Die Geschwindigkeit lässt nach, heftige Regenfälle setzen ein. Bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde können die tropischen Wirbelstürme ganze Landstriche verwüsten.

Mit unglaublicher Wucht traf Hurrikan Katrina Ende August 2005 die US-amerikanische Golfküste. Er löste eine Flutwelle aus, die Tausende von Menschen in New Orleans und Umgebung zur Flucht zwang und die die Stadt unter Wassermassen begrub. An dieser Hurrikan-Katastrophe zeigt sich besonders eindrücklich, dass der Klimawandel nicht nur in Entwicklungsländern, sondern auch in den Industriestaaten Menschen aus ihrer Heimat vertreiben kann. Der Hurrikan Katrina war der bis dahin stärkste Sturm seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch die relativ gute Absicherung der Küste durch Deiche bot keinen Schutz vor dem Sturm. 80 Prozent der Stadt New Orleans wurden überflutet.
Katrina gilt damit als der tödlichste Hurrikan seit 1928 und hat wirtschaftliche Schäden wie kein anderer verursacht. Etwa 1.800 Menschen kamen durch den Sturm ums Leben. Der Wirbelsturm löste in den USA die größte Flüchtlingswelle seit 150 Jahren aus. Mehr als eine Million Menschen wurden innerhalb von vierzehn Tagen in andere Teile der USA evakuiert. Es war, als hätten sich die gesamten Flüchtlingsbewegungen des amerikanischen Bürgerkriegs in zwei Wochen abgespielt. Langfristig werden vermutlich etwa 250.000 Menschen dauerhaft der Region fortbleiben. Die Naturkatastrophe hat der amerikanischen Öffentlichkeit die Augen geöffnet, dass der Klimawandel bittere Realität ist.
Insgesamt sind tropische Wirbelstürme seit 1970 zwar nicht häufiger geworden, ihre Intensität und Zerstörungskraft hat aber stark zugenommen. 2005 war das aktivste Hurrikan-Jahr seit Beginn der Beobachtungen im Nordatlantik. Drei der zehn stärksten im Nordatlantik gemessenen Hurrikane traten im Jahr 2005 auf. Der Hurrikan Wilma war der stärkste im Atlantik gemessene und Hurrikan Katrina mit mindestens 125 Milliarden US-Dollar Schadenssumme der teuerste Wirbelsturm, der bisher über Land Verwüstungen anrichtete.
2004 wurde im Südatlantik zum ersten Mal ein Hurrikan gesichtet: der Zyklon Catarina. Möglicherweise ist das ein Anzeichen dafür, dass durch die globale Erwärmung künftig Wirbelstürme vermehrt auch in bisher untypischen Regionen auftauchen können.