
Saatgut ist die erste Stufe der Produktionskette von Pflanzen, die zu Lebensmitteln oder Tierfutter verarbeitet werden und Grundlage zur Sicherung der Landwirtschaft und Ernährung. Ist das Saatgut bedroht - etwa durch die Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Organismen oder durch die Patentierung großer Saatgutkonzerne- so ist auch die genetische Vielfalt und die Ernährungssicherheit und in Gefahr.
Neben dem freien Zugang zu Sorten war auch die höchstmögliche Sortenreinheit das Ziel der Saatgutzüchtung. Dieser Grundsatz gerät durch die geplante Neuregelung der EU-Saatgutrichtlinie ins Wanken. Danach sollen so genannte technisch unvermeidbare Verunreinigungen mit gentechnisch verändertem Saatgut bis zu einem Schwellenwert von 0,3 Prozent oder sogar noch höher erlaubt sein, ohne dass gekennzeichnet werden muss.
Einmal tolerierte Verunreinigungen setzen sich aber auf dem Weg vom Feld bis zum Lebensmittel fort und verstärken sich sogar. Die ungewollte Durchmischung konventioneller und biologischer Produkte mit gentechnisch veränderten Organismen wird unvermeidlich und ist nicht rückholbar.
Gentechnik darf Landwirten und Verbrauchern nicht aufgezwungen werden. Deshalb setzt sich Greenpeace für sauberes Saatgut ohne Gentechnik ein. Das bedeutet, dass Saatgut auch in Zukunft bei Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen ab der Nachweisgrenze gekennzeichnet werden muss. Den Landwirten muss es außerdem erlaubt sein, aus ihrer eigenen Ernte auch das Saatgut zu gewinnen. Saatgut darf nicht durch Patentierung zum Monopol einzelner Konzerne werden.